Matthäus 5,22-24
× Wenn ich den Text lese, werde ich sehr klein
Können wir da bestehen?
× Jesus ist die Versöhnung sehr wichtig (Bild vom Opfern)
Das praktische Umsetzen hat für Jesus viel größere Bedeutung als der äußere Schein (Mt. 6,14.15)
Auch bei mir merke ich die Auswirkungen auf die Beziehung mit Gott.
× Wie sieht es jedoch mit der Versöhnung in dr Praxis aus?
Man spricht schnell von Versöhnung, die grundsätzliche Bereitschaft ist meist da.
Aber wie läuft es wirklich ab?
u Ich vergebe dem anderen, dann baut er wieder einen Bock oder tut etwas, was mir Mühe macht, oder meine Gedanken beginnen einfach wieder zu kreisen. Plötzlich kommen die alten Gedanken wieder hoch.
u Worte wie "schon wieder", "immer", "nie" (Schon wieder hast du den Mülleimer nicht rausgestellt, immer nörgelst du an mir herum, nie hörst du mir zu) verraten, daß ich das Negative von früher festgehalten und addiert habe, statt es zu vergeben.
Wie kann echte Versöhnung geschehen?
1. Schritt: Grundsätzliche Bereitschaft zur Versöhnung
× nicht selbstverständlich
× "Wieso muß ich mit jedem in Harmonie leben?
2. Schritt: Konkrete Bereitschaft zur Versöhnung
× wesentlich schwieriger
× "Wieso soll ich eigentlich den Anfang machen?"
× "Ich habe mir doch nichts zuschulden kommen lassen?"
× "Er hat mich doch verletzt - ich weiß gar nicht, was ich ihm vergeben soll!"
==> Ist aber nicht doch Versöhnung angesagt?
× Ist Versöhnung nicht überall dort erforderlich, wo Beziehungen nicht mehr intakt sind, ganz unabhängig, wer daran Schuld hat?
3. Schritt: Beide Seiten müssen die Versöhnung wollen bzw. den Bedarf zur Versöhnung sehen.
× Was tue ich, wenn einer die Notwendigkeit zur Versöhnung sieht, der andere aber nicht?
× Soviel an euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden (Röm. 12,18)
Sagt zweierlei:
u Ich bin aufgefordert, die Bereitschaft zur Versöhnung meinerseits aufzubringen.
u Nicht alles liegt in meiner Macht.
× Was mache ich z.B., wenn einer immer seinen Willen durchsetzen möchte oder immer das Sagen haben möchte? (in der Gemeinde, unter Freunden, in der Ehe)
Soll ich mich dann immer fügen, dem anderen immer seinen Willen lassen?
Ist diese echte Versöhnung?
Das geht in der Regel nicht gut. Schon nach kurzer Zeit kommt die Sache hoch und äußert sich in oft recht grotesken Formen.
Besonders in der Ehe kann eine Beziehung auf dieser Basis nicht funktionieren.
× Was, wenn der andere sich angegriffen fühlt (z.B. wenn ich ihm mitteile, was mir Probleme bereitet oder wo er mich verletzt hat)?
==> Beten, daß Gott den anderen versöhnungsbereit macht und daß ich mit der Situation leben kann
4. Schritt: Wenn die beiden Parteien trotz Versöhnungsbereitschaft nicht klarkommen, fremde Hilfe in Anspruch nehmen
× Nachdem Vergebung praktiziert wurde, kommt des dennoch immer wieder vor, daß die beiden Personen nicht wissen, wie sie mit der Situation umgehen sollen.
× Verletzungen sind da, Distanz ist eingekehrt, Verhaltensmuster sind nach wie vor dieselben, obwohl Vergebung geschehen ist
==> fremde Hilfe in Anspruch nehmen
× Es ist keine Schande, wenn man nicht alle Probleme alleine lösen kann. Auch ein Christ muß nicht alle Probleme alleine mit seinem Gott lösen können (Vorwurf: Ich glaube nicht recht).
Anderer Fall, wo diese Form der Versöhnung gar nicht möglich ist:
× Was, wenn ich z.B. mit der Art des anderen nicht zurechtkomme, aber wo sich in mir etwas aufgestaut hat.
Eine Aussprache würde den anderen nur verletzen, nicht helfen, aber meine Beziehung zu ihm ist dadurch gestört
× Hier ist eine zweiseitige Versöhnung oft gar nicht möglich
==> fremde Hilfe; Bitte, mit der Kraft Jesu den anderen so annehmen können wie er ist.
==> echte Versöhnung erfolgt da, wo eine Sache aus dem Herzen ausgeräumt wird.
Bitten fürs Gebet:
× Bereitschaft zur Versöhnung, unabhängig vom Schuldigen
× daß andere versöhnungsbereit werden, wo eine Seite bereit ist
× daß Menschen, insbes. Ehepartner, lernen, wie sie echte Versöhnung praktizieren können