Vater unser im Himmel
- Mt. 6,9; Lk. 11,2 -

 

Vater

Der leibliche Vater prägt entscheidend das Vaterbild, das ein Mensch hat. Daher trägt jeder sein eigenes Vaterbild. Das Wort "Vater" ist heute bei manchen sehr belastet, z.B. weil sie keine guten Erfahrungen mit ihrem Vater gemacht haben oder ohne Vater aufwachsen mußten.

× Was verbindet Ihr mit dem Wort "Vater"?

× Welches Vaterbild haben wir?

Was prägt uns?

× 1. Beispiel: Taufliteratur

In einer älteren Taufliteratur finden wir den Satz: "Verlangt Gehorsam von eurem Kind, damit es lerne, Gott zu gehorschen!"

u Kann dieser Satz einem Kind den freien Blick für seinen "Vater im Himmel" einengen?

u Welche Gefahren birgt dieser Satz in sich?

u Wie muß der Gehorsam gegenüber den eigenen Eltern aussehen, wenn einer dann gerne Gott gehorcht?

2. Beispiel: Kinderlied

Es gibt ein Kinderlied: "Paß auf, kleine Hand (Fuß, Mund, Auge, Herz) was du tust (wohin du gehst, ...). Denn der Vater in dem Himmel schaut herab auf dich. Drum paß auf ..."

Wirkt dieses Lied eher "beschützt vom Himmel her" oder "angstvoll vor dem Himmel die Augen niederschlagend" auf Euch?

Welches Vaterbild zeichnet die Bibel? Z.B. im Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk. 15, 11-32)?

× Liebe (zur Frau und Kindern)

× Geduld (Lk. 15, 11ff)

× Ausdauer ( -"- )

× Vergebung ( -"- )

× Vertrauen ( -"- )

× im Glauben stehen, wachsam sein (1. Kor. 16,13)

× Männlichkeit ( -"- )

× Stärke ( -"- )

× Verantwortung

× Priester

× Zorn beherrschen, nicht zum Zorn reizen (Eph. 5)

× In Zucht und Vermahnung zum Herrn erziehen ( -"- )

× unsträflich ( -"- )

 

Unser

Unser Vater, d.h. nicht nur mein Vater - somit haben wir auch Geschwister, die Kinder unseres Vaters im Himmel sind. Wer sind diese Geschwister? (Mt. 12, 46-50)

Geschwister kann man nicht aussuchen! Ebenso die Glaubensgeschwister. Mit den einen tut man sich leicht, mit anderen schwerer. In einem Lied heißt es: Nehmt einander an, wie Christus Euch angenommen hat. (Joh. 13,34) Was tun wir, wenn's besonders schwer ist?

 

Im Himmel

Es gibt einen irdischen Vater und einen Vater im Himmel.

Was erwarten die Menschen in unserer Gesellschaft von einem Gott im Himmel? Welches Bild haben sie von ihm?

× weit entfernt

× alt, grau, senil

× hat nichts mit unserem Leben zu tun

× interessiert sich nicht für unsere Belange

× ... wenn er überhaupt existiert

× verniedlichte Figur

Was erwarten wir von einem Gott bzw. Vater im Himmel?

× Eingreifen

× Regent

× Herrscher über Schöpfung und Lebewesen, Schöpfer des Universums

× Kümmert sich um jeden einzelnen

× Hat das Leben jedes einzelnen in seiner Hand

Es gibt Menschen oder Ideologien, die den Himmel auf Erden versprechen bzw. schaffen woll(t)en, z.B. Kommunismus. Was verbinden die Menschen mit dem "Himmel auf Erden"?

× soll das eigene Lebensgefühl reich machen

× materieller Wohlstand

× keinen Mangel an materiellen Gütern

× Gesundheit, Freiheit

 

Lehre uns beten

Am Anfang des Vaterunsers steht die Bitte der Jünger: "Herr, lehre uns beten."

× Wie war das bei unseren Anfängen mit dem Gebet? Mit welchen Personen haben wir gebetet? Was war der Inhalt der Gebete?

× Aus welchen Gefühlen heraus bzw. Gründen haben wir den Wunsch entwickelt zu beten?

× Werden wir heute noch angeleitet zu beten?

× Oft kann man ganz neu bitten, wenn man in Not geraten ist. Welche Erfahrungen haben wir im Gebet (evtl. in oder nach einer Krise) gemacht?