Gästegottesdienst: Jeder Tag der ganz normale Wahnsinn?

Zitat Carmen: „Darf man seine Kinder töten?“ Stark übertrieben, aber wer Kinder hat, der hat sicher ein gewisses Verständnis für diese Aussage: Es gibt Momente, in denen können die Zwerge einen zur Weißglut bringen und man ist am Ende seiner Nerven. (Teenies ® Eltern). Eigentlich war das ja gar keine Frage, „ob man darf“, sondern eine Aussage: Ich kann nicht mehr – irgendetwas muss sich ändern, damit mein Leben wieder lebenswert wird. Die Sache macht mich verrückt – seien es nun die Kinder, der Chef, die Kollegen, die Schwiegereltern, der Garten, die vielen Aufgaben ... Ich komme mir vor, wie ein Hamster im Rad: Ich renne von morgens bis abends und komme kein Stück vorwärts. Jeden Tag derselbe Wahnsinn.  (Und abends dann noch ins Sportstudio auf den Hometrainer: ein modernes Hamsterrad für Menschen.)

Irgendetwas muss sich ändern, zum Beispiel die Umstände: also die Kinder, der Chef, der Ehemann ... – Tatsache ist: die anderen lassen sich nicht ändern, die sind „änderungsresistent“. Wir haben das alle schon probiert, andere Menschen zu ändern – wir probieren es immer wieder, aber es funktioniert nicht.

Ein Psychologie hat mir mal gesagt: Jeder ist für sein Elend selbst verantwortlich. Das heißt: Ich kann nicht darauf warten, dass die anderen sich ändern, sondern ich selbst muss die Sache selbst in die Hand nehmen – und dann habe ich sie auch in der Hand (und das ist ja auch das Gute). Aber wie?

Rebecca vom Sportstudio geht es genauso wie Carmen. Aber sie steigt immer wieder aus ihrem Hamsterrad (täglichen Tretmühle) und sucht Hilfe in einem Bibelkreis. Und Carmen fragt sichtlich schockiert: „Bibelkreis, was bringt denn das?“

Sie hat einerseits recht, denn: Üblicherweise sucht man beim Thema Kindererziehung, Eheproblem, Mobbing, Streit mit den Nachbarn, Burnout und Stress ... bei all diesen Fragen sucht man Hilfe ja nicht gerade in der Bibel, sondern z.B. in psych. Büchern (Bsp). Die Bibel und die Kirche sind eigentlich nur noch für die Randgebiete/Extremfälle des Lebens zuständig: für den Tod, die Geburt (Taufe), Hochzeit, Krankheit, Weihnachten ... Aber für den „ganz normalen Wahnsinn“, für den Alltag, sucht man sich kompetentere Beratung.

Überraschenderweise hat Rebecca doch recht, denn die Bibel ist voll von absolut guter Hilfe für die ganz normalen Herausforderungen des Alltags. Da gibt es z.B. das Buch der „Sprüche“, das nichts anderes beinhalten, als Tipps und Weisheiten fürs Leben  - das lohnt sich mal zu lesen. Auch an vielen anderen Stellen der Bibel finden wir gute Hinweise, die unser Leben einfacher, besser und glücklicher machen, wenn wir sie umsetzen – weil sie von Gott kommen und Gott hat das Leben erfunden, mich, dich und die ganzen anderen Chaoten um uns herum. Deshalb weiß er auch ziemlich gut Bescheid, wie man das Leben erfolgreich regeln kann.

Achte auf meine Worte ... und bewahre sie in deinem Herzen ... denn sie bringen Leben demjenigen, der sie findet und sind heilsam für seinen ganzen Leib.“ (nach Spr 4, 20-22)

Schauen wir doch heute morgen, was Gott uns zu drei Haupt-H­erausforderungen in unserem Alltag sagt: Zeit, Organisation, Beziehung.

Zeit

Fangen wir mit der Zeit an. Carmen: „Ich biete einen 24-Stunden-Service für meine Kinder, aber ich habe seit Jahren zuhause keine drei vernünftigen Sätze ohne Unterbrechung reden können.“ ® Ich habe keine Zeit für mich.

Die Bibel ist wie so oft einfach: Alles hat seine Stunde. Für jedes Geschehen unter dem Himmel gibt es eine bestimmte Zeit. (Pred 3,1).

Klingt einfach, aber ist so schwer. Bsp: Der Sohn besucht seinen alten Vater: Ich bin immer total im Stress – du hast es gut: du hast immer Zeit. Wie machst du das bloß? Der alte Vater: Das ist ganz einfach: Wenn ich esse, esse ich. Wenn ich liege, liege ich. Wenn ich fahre, fahre ich. Wenn ich schaffe, schaffe ich. Der Sohn: Was soll der Quatsch, ich mache es doch genauso! Der Alte: Nein du machst es anders: wenn du liegst, stehst du schon auf – wenn du aufstehst, isst du schon - wenn du isst, dann fährst du schon – wenn du fährst, dann schaffst du schon.

Kommt uns das nicht bekannt vor? Man kann fünf Dinge gleichzeitig im Kopf haben und man kann drei Tätigkeiten gleichzeitig erledigen und sich dabei vier mal unterbrechen lassen. Das geht – aber es macht nicht glücklich, das stresst die Nerven, das brennt uns aus.

Gott sagt: für jedes Geschehen/Tun gibt es eine bestimmte Zeit. Das heißt z.B.: Es gibt Zeit zum Arbeiten, und da wird gearbeitet – und nicht nebenher ferngesehen. Und es gibt Zeit zum Fernsehen, und da wird ferngesehen und nicht nebenher gegessen.

Wie so oft beweist die Wissenschaft auch hier, was in der Bibel steht: Psychologen haben folgendes herausgefunden: Der Mensch ist dann am glücklichsten, wenn er sich in eine Sache, die ihm Freude macht, ganz vertieft, ganz hineingibt und sich von nichts ablenken lässt.

Bsp: In meinem Tagesablauf gibt es eine Zeit (meistens gegen halb 10 abends), da setze ich mich auf mein Sofa, lege eine CD ein, Schokolade, nehme ein Buch oder einen Bildband oder unterhalte mich mit meiner Frau - und dann will ich nicht gestört werden: kein Telefon, kein Computer, keine Arbeit mehr.

Solche Zeiten brauchen wir, um nicht verrückt zu werden!

Das kann man auch den lieben Kindern klarmachen. Bsp:  Eheabend: „An diesem Abend wollen wir nicht gestört werden. Einzige Ausnahme: wenn das Haus brennt – sonst nicht.“

Gott sagt: Alles hat seine Zeit. ® Nehmen wir uns immer wieder Zeit für die Tätigkeiten, die wichtig sind und machen wir unserer Umgebung klar: jetzt werde ich nicht gestört.

„Meine Worte sind Leben und heilsam.“

Organisation

1. Kor 14, 33: „Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ...“: der Ordnung? Nein: des Friedens!

Wir haben ein unterschiedliches Empfinden für Ordnung: Was Heike als ordentlich empfindet, ist für Hilde eine Mischung aus Müllhalde und Woolworth-Wühltisch. Heike würde aber über die aufgeräumte Wohnung von Hilde sagen, „Ein Museum - hier fehlt jegliche Spur von menschlichem Leben“.

Dennoch hat jeder Mensch ein Maß für das, was er ordentlich findet, d.h. wo er sich wohl fühlt und zurecht findet. Die Bibel sagt uns also: Es ist sinnvoll und gesund, wenn ich mein Lebensumfeld (Wohnung) immer wieder in diesen Zustand bringe, den ich als „Ordnung“ empfinde. Denn wenn mein Lebensraum unordentlich ist, wird auch meine Seele in Unordnung sein.

Warum? Wo Ordnung ist, da ist Frieden – und wo Unordnung ist, ist Unfrieden. Bsp: Letzter Ferientag - Abend 21.30 Uhr – „Was machst du?“: „Ich suche meine Busfahrkarte“. ® Unordnung ist nicht cool ® Unordnung bringt Unfrieden!

Zitat Anspiel: MeineKinder brauchen ein Zimmer nur zu betreten, und schon geht's ab wie beim Poltergeist. Alles Mögliche fliegt durch die Luft. Die bringen mich noch ins Irrenhaus.

Unordnung bringt Unfrieden!

Gott rät uns: Sorge immer wieder für Ordnung. Ich bin nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens. ®. „Meine Worte sind Leben und heilsam.“

Beziehung

Jede Beziehung ist eine Herausforderung und je näher man zusammen lebt, umso schwieriger ist es. Darum sagt Linda: „Wir machen uns Gedanken darüber, wie wir unsere Kinder richtig erziehen, ohne dabei durchzudrehen.

F:  Wie kann man über längere Zeit mit Menschen zusammen leben, ohne dabei durchzudrehen, ohne sich wegzudrehen, abzudrehen oder dem anderen den Hals umzudrehen? Manchmal reicht ein Satz und zwei Menschen gehen auf die Palme.

Gott sagt in der Bibel:

Eine freundliche Antwort vertreibt den Zorn, aber ein kränkendes Wort lässt ihn aufflammen. Ein freundliches Wort schenkt Freude am Leben, aber eine böse Zunge verletzt schwer. (Spr 15, 1+4)

Das ist doch eine starke Aussage: Unsere Worte bestimmen, ob der andere Freude am Leben hat – oder nicht. Unsere Worte können Leben bringen – oder Verletzung, Zorn, Leblosigkeit.

Und wer entscheidet darüber, was wir sagen? Wir! Wir haben das selbst in der Hand. Freundlich oder kränkendLiebe oder Zorn - gemeinsam oder einsam. Denken wir doch einmal gründlich darüber nach, wie wir miteinander reden.

Und was sollen wir tun, wenn wir doch unfreundlich und verletzend sind - Zoff?

Wenn ihr zornig seid, dann macht es nicht noch schlimmer, indem ihr unversöhnlich bleibt. Lasst die Sonne nicht untergehen, ohne dass ihr euch vergeben habt. (Eph 4,26)

Einer der besten Tipps für Beziehung: Wenn wir ins Bett gehen und sind noch im Streit, dann: Versöhnung! Warum? Zorn und Streit sind Finsternis für unsere Seele – und der Herr der Finsternis ist der Teufel. „Lasst den Zorn nicht über Nacht andauern, so dass es Nacht wird in euren Seelen.“ Denn Gott ist Licht und mit der Versöhnung kommt Licht in dein Herz und der Friede Gottes in die Nacht.

Dauer-Beleidigte: Pflege nicht tagelang deinen Zorn durch Beleidigt-Sein. Du vertreibst das Licht Gottes aus deiner Seele und die Finsternis wird über dich herrschen und über deine Familie.

Elefantenhaut („das juckt mich nicht, ich kann immer schlafen“): Du quälst den anderen, der stundenlang nicht schlafen kann und die Angelegenheit nicht geregelt kriegst, weil du schläft wie ein Sack. Tue das nie – die Schuld fällt auf dich zurück!

Wer hilft mir dabei?

Viele gute Hinweise, wie das Leben gelingen kann – aber: wer soll das alles hinkriegen? Ich doch nicht!

Aber Gott ist gut, deshalb gibt es uns nicht nur wertvolle Tipps, sondern er bietet uns seine Hilfe an – jeden Tag.

Vertraue auf den Herrn von ganzem Herzen, verlass dich aber nicht auf deine eigene Klugheit. Denke an ihn auf allen deinen Wegen, so wird er dir deine Pfade ebnen. (Spr 3,5)

Menschen haben immer versucht, das Leben ohne Gott hinzukriegen. Aber das ist nie gelungen und die Welt ist voll von gescheiterten Ehen, vaterlosen Kindern, von Unterdrückten und Ausgenutzten, von Ungerechtigkeit, Tränen und Leid.

Aber Gott hat einen anderen Plan für das Leben – für unser Leben. Er macht uns ein Angebot – ein Geschenk: Geh mit mir, und ich werde mit dir gehen. Vertraue mir und du wirst sehen, dass ich es sehr gut mit dir meine. Gehe auf dem Weg, den ich für dich bereitet habe und du wirst sehen, dass ich dir über die Berge und durch die Täler helfe – ja, ich will deine Wege eben machen.