26. September 2001

Berufung – "Sende Arbeiter in die Ernte"

Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen und predigte das Evangelium von dem Reich und heilte alle Krankheiten und alle Gebrechen.

Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben.

Da sprach er zu seinen Jüngern: Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende. (Mt 9,35-38)

Erntezeit

Was tut Jesus? – 4 Dinge – was Jesus tut, sollte uns immer ein Beispiel sein.

1. Er geht/zieht herum: in alle umliegenden Städte und Dörfer. Er geht zu den Menschen, er wartet nicht, bis sie zu ihm kommen! ® zu ihnen nach Hause: "Der Schlüssel zu den Seelen der Menschen hängt bei ihnen zuhause."

2. Er lehrt: über Gott, den Vater, über Weltgeschehen und Weltgeschichte und Weltreiche (spannende, bewegte Zeit in Israel (das nicht mehr Israel war): wechselnde Besatzer, Kaiser – Palästina an der Nahtstelle von Kontinenten und Mächten: Ägypten, Syrien, Rom, Griechen)
...er lehrt über Gottes Heilsgeschichte mit den Menschen und Gottes Reich, das kommt – ungeachtet aller Unruhen der Zeit.

3. Er predigt das Evangelium: Wenn Jesus von Gott und seinem Reich lehrt, fragen sich die Zuhörer: "Wie komme ich da hin? Wie komme ich über die Trennung von Gott?" ® die Antwort? – ist das Evangelium: Gott hat einen Weg gemacht: Jesus

4. Er heilt - wir sehen:

Es herrschte große Not in Israel: Armut, soziale Ungerechtigkeit, Unterdrückung – Jesus sieht diese Not und er greift ein!
Nicht: "Das ist das von Gott verordnete Schicksal" – sondern: er bietet Hilfe

Jesus sieht mehr als die äußere Not: Und als er das Volk sah, jammerte es ihn; denn sie waren verschmachtet und zerstreut wie die Schafe, die keinen Hirten haben. Er sieht, dass die (ganz normalen) Menschen in ihrer Seele krank sind – es fehlt an Trost, Zuversicht, Glaube, Liebe, Hoffnung.

F: Wohin schauen wir? – Sehen wir (immer noch) die normalen Menschen (Nachbarn, Kollegen, Freunde) in ihrer Not und geistlichen Armut? Oder lassen wir uns jetzt gefangen nehmen und blenden von diesem schrecklichen Terroranschlag?

Lassen wir uns lähmen, weil wir jetzt den 3. Weltkrieg und den Weltuntergang erwarten?

Das wirklich Schlimme an NewYork: diesmal hat es "uns" getroffen: weiß, reich, westlich.

Bsp: Hungerkatastrophe in Mittelamerika: 1,5 Mill Betroffene | Sudan | Falun Gong-Anschlag

Die Welt geht jetzt nicht unter, weil es diesmal "uns" getroffen hat! Die Welt geht unter, wenn Gott es will. Aber noch ist Gnadenzeit! Noch ist es Zeit, Menschen zu retten!

Jesus sieht die Opfer in NewYork – und ihre Angehörigen. Er wird für sie sorgen!
Aber: Jesus sieht 6 Milliarden Menschen, die ohne Jesus leben und sterben!

Wir Christen sind erschrocken, erschüttert, bewegt – heute so wie damals, als Jesus lebte.

Und doch: Schreckenszeit ist auch Erntezeit! Kann man so etwas sagen? – Leider ja! Warum? In Not und Schrecken kommt der Mensch weg von seiner Selbstüberschätzung ("Ich brauche keinen Gott!") und sucht jemanden, der ihm helfen kann.

Menschen haben einen Erlöser/Retter gesucht – zur Zeit Jesu ... und heute!

Jesus sagt: Es ist Erntezeit – es geht darum, Menschen zu gewinnen für Gottes Reich – vom Tod zum Leben! Dazu brauchen wir Arbeiter – Menschen, die sich zu dieser Aufgabe rufen lassen.

Was tut Jesus: 2 Dinge

Der Kontext von unserem Text ist wichtig:

Kapitel 8 + 9: Bericht über viele Wunder: Heilung von Kranken (Aussatz, Gicht), Tote auferwecken (Jairus Tochter), Dämonen austreiben (zwei Besessene), Naturgewalten (Stillung des Sturms).

Warum? Damit wir nicht sagen: "Wir können doch nichts tun", damit uns die Aufgabe nicht zu groß erscheint.

Direkt davor: 2 Blinde und ein Stummer: er öffnet Menschen die Augen, damit sie sehen, und den Mund, damit sie reden! ® dann: sucht er Arbeiter für die Ernte.

Danach (Kap 10): Auftrag an seine 12 Jünger

® Jesus zeigt seine Vollmacht – und dann beruft er!

F: Hast du den Ruf gehört? Hat der Herr deine Augen aufgemacht und deinen Mund? Kennst du deine Berufung? "Wer in seiner Berufung lebt, gehört zu den glücklichsten Menschen dieser Erde."

Berufung

® Was ist Berufung? ® Wer hat eine Berufung? ® Wie bekommt man eine Berufung?
® Wie soll man darauf reagieren?

Was ist Berufung?

= Ruf. Ein Ruf führt zur Bewegung (sonst ist er nutzlos): wenn dich jemand/der Herr ruft und du bleibst sitzen ® Ruf bleibt nutzlos und nichts ändert sich.

Bsp: "Aufruf" im GD

Ebenso muss eine Berufung zur Bewegung führen: Als Jesus durch die Stadt ging, sah er den Zolleinnehmer Matthäus am Zoll sitzen. Jesus forderte ihn auf: "Komm, geh mit mir!" Sofort stand Matthäus auf und folgte ihm. (Mt 9, 9)

Allgemeine Berufung

Gilt für alle Christen zu jeder Zeit. F: Was ist diese Berufung?: "Geht hin und machet zu Jüngern alle Völker" – Was bedeutet das?

® Menschen, die Gott nicht kennen, für Jesus gewinnen und begleiten bis sie sich selbst in die Arbeit rufen lassen.

F: Tust du das? Bei wem?

Spezielle Berufung

® Gott gibt dir einen Auftrag (das ist spannend!)

 

Wer bekommt eine Berufung?

Er hat uns gerettet, und er selbst, der heilige Gott, hat uns zu seinem Dienst berufen. (2. Tim 1,9)

F: Bist du gerettet? ® dann bist du auch berufen! ® weißt du das? Jeder Christ hat diese Berufung.

Jesus beruft einfache, durchschnittliche Menschen (Fischer+Zöllner, Lehrerinnen und Verkäufer, Elektriker und Spediteure, Arbeitslose und Überarbeitete, Jugendliche und Rentner) – wichtig sind nicht Position, Ausbildung, Charakter, Leistung.
Aber: durch den Hl. Geist werden diese zu vollmächtigen, begeisterten, überzeugenden Nachfolgern, die Gottes Reich bauen!

Wie bekommt man eine Berufung?

bessser: "erkennt" statt "bekommt"

Gott beruft – aber: Berufungen sind nicht immer (eher selten) übernatürliche geistliche Erfahrungen (wie bei Paulus...).

Gott spricht oft durch andere Menschen zu uns (denn auch sie haben den Hl. Geist).

Werde nicht "übergeistlich" ® "Was will Gott...?"

Du weißt, was Gott will: "Geh hin und mache zu Jüngern". Solange du nichts anderes vernimmst, tu das von ganzem Herzen mit allen Möglichkeiten, die Gott dir gab. – und da, wo Gott dich hingestellt hat.

Prinzip: Tu das, was dir vor den Füßen liegt. Jesus: Und Jesus ging ringsum in alle Städte und Dörfer

Wie soll man darauf reagieren?

Von ganzer Seele, Herzen, Kraft! Lauf nicht weg vor deiner Berufung und lasse dich durch nichts davon abhalten oder ablenken!

Gott hat uns Christen am 11.Sept erschüttert – und er wird es wieder tun!

Bsp: Urgemeinde: Diese Gemeinde war nur durch die Zerstörung Jerusalems zu bewegen, in alle Welt zu gehen und das Evangelium zu predigen. Das war schlimmer als NewYork! Aber: sind wir nicht in der Gefahr, genauso stur zu sein, wie die ersten Christen?

Betet, dass der Herr Arbeiter in die Ernte "hineinwerfe".

Hingabe – ein Bericht aus Mosambik:

Viele unserer Schüler stehen um 4 Uhr morgens auf,
beten, lesen die Schrift bis um 5 Uhr, trinken Tee und machen sich auf
den Weg zur Arbeit. Die chaotischen Verkehrsverhältnisse kosten oft ein
bis zwei Stunden, um dort anzukommen. Nach der Arbeit kommen die
meisten direkt zur Schule. Der Unterricht geht bis 21.30 Uhr, so daß sie
dann gegen 22.30 nach Hause kommen. Das halten sie drei Jahre lang
durch. Wochenenden und Ferien gehören dem Dienst in der
Kirchengemeinde. "Dedicação",  Hingabe, das ist das Geheimnis der
Kirche in Afrika.

Aufruf/Gebet: neu den Ruf Jesu festmachen: "Ich will gehen..." ® Segen

Aufruf/Gebet: Wer noch nicht mit Jesus lebt: Der erste Ruf: "Folge mir nach".

Es gibt keine Zuschauer! Rettung ist ganz oder gar nicht. Die Tür ist noch offen, noch ist die Zeit der Gnade: Bleib nicht draußen stehen, um dem Werk des Herrn zuzuschauen.

Bsp: Ein Mann, der sich sein Leben lang gegen Gott gewehrt hat, ist jetzt todkrank. Er hat nicht mehr viel Zeit!