L Lk 16, 19-31
Erklärungen:
· Abraham: nach jüdischer Vorstellung sammeln sich die Erlösten im Himmel bei Abraham, der Stammvater des Volkes Israel ist.
· Das Bild der Totenwelt: Dies ist keine exakte Beschreibung der Totenwelt (darum geht es nicht). Wir können nur wenige Prinzipien ableiten, z.B. dass es ein Erkennen von Personen gibt.
· Jesus erklärt kein komplettes Evangelium – was fehlt? Rettung durch den Tod Jesu, denn das kam erst später. Botschaft: Was Menschen in ihrem Leben hier tun / nicht tun, hat Konsequenzen nach ihrem Tod!
Wichtige Aussagen dieses Gleichnisses:
Für den Reichen ist es ernst, aber das hat er zu spät gemerkt. Für jeden Menschen ist es ernst. Das Leben geht in 100% aller Fälle tödlich aus: der Reiche/wir lebt länger als der Arme, trotzdem muss er sterben.
Niemand kann der Gerechtigkeit Gottes entgehen. Der Reiche hat auf der Erde viel Einfluss – aber dann: Auch der reiche Mann starb und wurde begraben – es bleibt ihm nichts: kein Geld, kein Status, keine Macht, kein Einfluss. Das ist Tatsache: für uns, für unsere Nachbarn, ...
Aber die wenigsten Menschen wollen dieser Tatsache ins Auge sehen. Menschen haben drei Methoden, um sich davor zu drücken:
1. Auf die lange Bank schieben: „Wenn ich alt bin, kann ich mir darüber Gedanken machen.“ ® Wer von uns weiß, wie lange er noch lebt? Schon mancher ging abends ins Bett und ist morgens nicht mehr aufgewacht. Vielleicht ein schmerzloser Tod – aber mit dem Tod ist das Leben nicht vorbei. Hinter dem Horizont geht es weiter. Darüber würde ich mir besser schon heute Gedanken machen!
2. Leugnen: „Es gibt keinen Gott – das beweisen die Wissenschaftler.“ ® Wissenschaftler: Sabatier (fr. Chemiker 1940): Naturwissenschaft und Religion in Gegensatz zu stellen, ist Sache von Leuten, die schlecht unterrichtet sind in der einen wie in der anderen Wissenschaft. So wenig, wie du dich dagegen wehren kannst, dass dein Geburtsjahr von an Christus an gezählt wird (2003 nach Chr.), so wenig kannst du dich dagegen wehren, dass dein Leben von Gott kommt.
3. Beruhigung: „Gott wird mich schon annehmen, denn andere Menschen sind schlechter als ich".“ ® Dieser Glaube ist auf äußerst dünnem Boden. Wer so etwas sagt, muss mir erst mal sagen, wie er darauf kommt, dass Gott gerade ihn nicht richtet, nur weil andere schlechter sind. Die Bibel sagt das nicht!
Die Sache ist ernst. Man kann sich vielleicht ein Leben lang vor Gott drücken. Aber irgendwann kommt der letzte Tag, und dann kann sich niemand mehr drücken – auch die überzeugtesten Atheisten werden dann Gott nicht mehr leugnen!
Kommunist/Atheist Karl Marx: „Ich habe den Himmel verscherzt, ich weiß es genau. Meine Seele, die einst Gott gehörte, ist nun für die Hölle bestimmt. Die Ewigkeit: sie ist unsere ewige Qual.“
Mao Ze Tung, chin. Präsident und Atheist: „Bald werde ich vor Gott erscheinen müssen.“
Die Sache ist ernst, denn wir leben alle in einem Kampf zwischen Lüge und Wahrheit.
Bsp: Friese in der Küche: „Ich glaube, in der Küche brennt es.“ – F: Ist das unsere Haltung? „Ich glaube, in der Hölle brennt es. Vielleicht sollte man sich mal überlegen, wie man da raus kommt?“ Dann machen wir etwas falsch!
Als der Reiche merkt, dass er einen Fehler gemacht hat, wird er auf einmal sehr sympathisch: Er will seine Geschwister retten. ® Warum? Man spürt seine Liebe! Denn das bringt ihm persönlich nichts, im Gegenteil: Vielleicht würde es ihm besser gehen, wenn sie auch zu ihm in den „Hades“ kommen. Aber seine Liebe ist plötzlich größer als sein Egoismus! Er würde alles geben, damit die anderen gerettet werden! Aus Liebe.
Genauso Jesus: Warum gab er sein Leben? Um Menschen/mich/dich zu retten, weil er sie liebt!
Das ist die einzige und die richtige Motivation: Wenn wir ein Verlangen haben, dass Menschen Gott kennen lernen (z.B.: Jesus-Film-Projekt), tun wir das nicht:
· aus Erwartungsdruck von Gott oder Menschen
· um etwas vorweisen zu können, auf das wir stolz sein können
· aus schlechtem Gewissen
· aus Egoismus (weil es für die Beziehung schöner, einfacher ... ist)
· damit unsere Gemeinde größer wird
· weil wir besser/erfolgreicher sein wollen als andere (Gemeinden)
® Wenn durch den Jesus-Film 10 Leute in andere Gemeinden gehen, aber nicht einer zu uns: ich würde alles trotzdem mit dem gleichen Einsatz tun! Weil Gott mir eine Liebe zu den Menschen in unserer Stadt gegeben hat und weil ich nicht möchte, dass es auch nur einem so geht, wie dem Reichen!
Hinweis: Gebetsspaziergang in der Straße: Gott berührt dein Herz und gibt dir Liebe!
Lk 16, 31: Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht. ® Stell dir vor, ein Toter kommt zurück – und niemand glaubt ihm. Man lacht ihn aus ...!
Wenn wir das Evangelium weitersagen, werden wir Widerstand
und Spott erleben! Wir riskieren unser Ansehen!
F: Warum fällt es uns schwer,
auf der Fußgängerzone christliche Bücher etc zu verschenken? ® Da kommt vielleicht mein Kollege –
und erzählt es am Montag in der Firma. Oder mein Nachbar, mit dem ich
mich wegen seiner lauten Musik streite – und jetzt sieht er, dass ich Christ
bin. ® Wir riskieren unser Ansehen,
unsere Ehre.
Paulus sagt: Ich setze meine Ehre ein, das Evangelium zu verkündigen. (Rö 15,20)
F: Für wen würden wir unsere Ehre aufs Spiel setzen (Kinder, Familie) – auch für Jesus?
Um sich nicht zu blamieren: Wenn wir über Gott reden, sagen wir manchmal nur die halbe Wahrheit, die netten Sachen (nicht: „Ohne Jesus kriegst du deine Schuld nicht los / wenn du Christ wirst, wird sich dein Leben ändern“ sondern „Gott liebt dich und wenn die Christ wirst, dann geht es dir besser.“). Das Schwierige/Anstrengende lassen wir weg. Um die Leute zu schonen – und uns auch. „Wenn sie mal dabei sind, werden sie den Rest schon mitkriegen.“
Ich rate davon ab, es so zu machen. Wir müssen den Menschen sagen, was Gott will und was Christsein bedeutet.
Bsp: Ein Moslem lädt uns in die Moschee ein und redet über seinen Glauben: „Allah liebt alle Menschen und der Islam ist eine Religion des Friedens und wir glauben auch an Jesus ...“ ® Wollen wir nicht alles wissen (Hl. Krieg, Frauen, Vorschriften, was darf ich noch ...)? Nur dann können wir entscheiden: Ja oder Nein. ® Auch die Menschen, mit denen wir reden, haben das Recht, alles zu wissen.
Bsp: Wenn der Reiche aus der Hölle noch eine Chance hätte, zu seinen Geschwistern zu gehen: würde er diplomatisch nur die Hälfte erzählen („ ... vielleicht gibt es auch unbequeme Orte, wenn man mal gestorben ist ...“)? NEIN!
Aber Abraham entgegnete: 'Deine Brüder sollen auf das hören, was sie bei Mose und den Propheten lesen können. Dann sind sie gewarnt.' (Lk 16, 29)
Gott spricht jeden Menschen mehrmals in seinem Leben an. Wie spricht Gott? ® Durch seine Kinder, durch uns.
Untersuchung: Menschen sind durchschnittlich 7 mal mit dem Evangelium in Berührung gekommen, bevor sie sich entschieden haben, ihr Leben Jesus zu geben. Bsp: Hauskreis – fast jeder ist mehrmals Gott begegnet: Menschen, Gottesdienst, Veranstaltung, Buch, Traktat, Film ... – geschickt oder ungeschickt. Aber immer war es durch Menschen.
Das heißt: Vielleicht bist du der 1., 3., 7. – aber deine Botschaft ist wichtig! Dass jemand nicht reagiert heißt nicht, dass es nichts gebracht hat – im Gegenteil!
Es gibt viele Möglichkeiten, Menschen von Gott zu überzeugen. Wir denken: am effektivsten wären Wunder, Heilungen, Totenauferweckung.
Jesus: Lk 16, 31: Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht. – Nicht Menschen/Wunder/Tote überzeugen, sondern das Wort Gottes. ® JesusFilm
Es gibt viele Möglichkeiten – aber eines ist sicher: TUN müssen wir es!
Gottes Ruf an die Welt heißt: Kommet her ...!
Gottes Ruf an die Christen heißt: Gehet hin ...!
Du sagst: das kann ich nicht, das liegt mir nicht, ich kann nicht gut reden, ich bin der falsche Mann/Frau, das können andere besser ...
Das sage ich/Mose (ich kann nicht reden) /Jesaja (ich bin schuldig) /Jeremia (ich bin zu jung) auch!
Richtig! Wir können niemand zu Jesus führen! Das brauchen wir auch nicht. Das macht der Hl. Geist. Aber wir sollen Zeuge sein. Und das können wir alle – du und ich! Weil Gott uns Kraft gibt, die Kraft seines Heiligen Geistes. Das letzte Versprechen, das Jesus uns gegeben hat, bevor er ging: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein.“
„Der Plan Gottes besteht nicht darin, dass wir hier und da ein paar verstreute christliche Gettos haben. Unser Hiersein ist eine Herausforderung für die ganze Welt, die Christus nicht kennt.“ (Reinhardt Bonnke)
Wir haben jetzt die Gelegenheit, Menschen in unserer Nachbarschaft das Evangelium (Gottes Liebe) zu bringen. Ohne viel Aufwand.