L Mt 17, 1-9 + 14-16 (Hfa)
Einmaliges Erlebnis – das vergessen die Jünger nie mehr! Sie sehen Jesus, den Mensch, in seinem göttlichen Aussehen. Menschen wollten immer Gott sehen! – du nicht? –Sie durften das! Sie sehen Mose und Elia. ® Das hat ihr Leben verändert. Johannes schreibt Jahrzehnte später in seinen Bericht über das Leben Jesu „wir sahen seine Herrlichkeit“.
Jesus schenkt seinen Jüngern geistliche Erlebnisse/Erfahrungen, die sie total umgedreht haben – „sie fielen zu Boden“.
Es schenkt auch uns solche Erlebnisse! ® das Gefühl „mich kann nichts mehr
erschüttern“ (Bsp: · Taufe, · Gebetserhörung/Eingreifen Gottes, · Reden Gottes in einem
Lied/Gottesdienst/Bibelwort, · Freizeit).
Das tut gut – das brauchen wir. Am liebsten würden wir es festhalten. – So ging
es den 3 Jüngern auch: sie sind weg von der Welt / Not / Alltag / Feinden /
immer fordernden Menschen / Zweifeln / Arbeit und Müdigkeit – sie sind oben auf
dem Berg: Frieden, nur sie, Gegenwart Gottes.
Petrus spricht es aus: "Herr, hier gefällt es uns! Wenn du willst,
werden wir drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für
Elia."
Träumen wir mal: Jesus sagt: ok. Sie bauen drei Hütten auf - machen Lobpreis – reden mit Mose und Elia (wieviele Fragen sie haben: über früher, das gelobte Land, die Wunder, wie Mose das Gesetz empfing, über den Himmel, den Vater, wer alles dort ist ...) – Abend: Mose und Elia gehen in den Himmel zurück – mit Jesus am Feuer. Am nächsten Morgen: Mose und Elia kommen wieder, sie reden und reden – und loben Gott – es ist wunderbar. 3, 4, 5, 10 Tage – aber sie bleiben Menschen! Das Besondere wird normal. Das Interessante wird langweilig. Kleine Streitigkeiten beginnen (jeder will neben Jesus sitzen, wer schnarcht so laut, der eine lässt immer das Zelt offen ...). Die große Freude und Begeisterung lässt nach. Könnte Jesus sich nicht mal was Neues einfallen lassen? Ein Besuch von Noah, David oder so ? ® Wir können das Gefühl/Stimmung des Besonderen nicht konservieren!
Jesus ließ sich etwas einfallen: keine Zelte, keine Hütten, sondern der Weg hinab ins Tal: „Ihr habt mehr gesehen, als ihr verstehen könnt. Schweigt davon – nicht angeben, keine großen Stories erzählen. Wir gehen jetzt wieder runter. Dort ist ein Mann mit einem schwer kranken Kind. Er braucht Hilfe. Helft ihm, das ist eure nächste Aufgabe.“ – und sie erkennen ihre Grenzen und ihre Hilflosigkeit – die Unruhe der Welt, die Macht der Sünde und der Krankheit – und ihre Abhängigkeit von Gott: „Glaube, beten und fasten“.
Jesus schenkt geistliche Erlebnisse, er führt auf den Berg – manchmal. Aber Segen ist mehr als das: Segen ist, wenn Gott dir so tiefe Wurzeln schenkt, dass du im Tal / Welt / Not / Krankheit / Anfechtung bestehen kannst und stehen bleibst. Paulus betet für sein Gemeinde: „dass Gott euch Kraft gebe nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit, stark zu werden durch seinen Geist an dem inwendigen Menschen, dass Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne und ihr in der Liebe eingewurzelt und gegründet seid.“ Eph. 3,16-17 Tief in Ihm verwurzelt sein – das ist auch Gottes Ziel mit uns!
„Ich glaube nicht, dass es uns erlaubt sein wird, das Paradies auf dieser Erde noch einmal neu aufzubauen.“ – das würden wir doch alle gerne: ein (kleines) Paradies in unserer · Familie, · Gemeinde, · Clique, · Leben – und jedem, der das Paradies stört, wird sofort widerstanden.
F: Wo baust du dir ein Paradies? Wo ist dein Berg der Verklärung?
Auf dem Berg der Verklärung brauchst du keine Wurzeln – dort ist Frieden. Aber wir wohnen nicht auf dem Berg der Verklärung, sondern im Tal. Dort kommt ab und zu ein Sturm – Hurrikan „Claudette“ in Texas: welche Häuser waren fest – und welche nicht. Jesus möchte, dass wir jeden Hurrikan überstehen ... dass wir tiefe Wurzeln bekommen ... dass wir geistlichen Tiefgang bekommen!
Das ist jetzt auch für uns dran. Situation der Gemeinde: seit letzten Oktober viele Veranstaltungen, Events (z.B. KiBiWo, Konzert, Taufe, besondere Gottesdienste, ...). Manche erfolgreich, manche (in unseren Augen) weniger. Jetzt scheint eine Zeit der Ruhe zu kommen: Ferien, Freizeit, weniger GD-Besucher, weniger Spenden (!). Das Gefühl: mal einen Gang zurückschalten – nicht dauernd anstrengen, nicht dauernd dabei sein.
F: Wie finden wir das?
Unsere Gefahr: ereignis-orientiert sein. ® wenn eine Zeitlang nichts „passiert“, dann wird man unruhig: Gott wirkt nicht mehr.
Bsp: Gemeinde Frankfurt: Wenn nicht immer wieder etwas Neues, Spektakuläres „angeboten“ wird, dann laufen die Leute in Scharen in andere Gemeinden.
® Wir dürfen nicht werden wie ein Hund, dem man ständig einen neuen Knochen hinwerfen muss, sonst läuft er davon.
Dass „nichts passiert“ heißt nicht, dass Gott nicht mehr handelt (das kann sein, aber es muss nicht).
Weissagung: „Es wird eine Zeit kommen, in der ihr mehr betet und doch weniger seht und erlebt.“ ® bleibst du auch dann noch der Gemeinde treu? Es ist der Geist Gottes, der handelt – wenn wir menschlich etwas erzwingen, dann ist es nicht nur sinnlos, sondern Sünde.
Und wenn wir immer dahin gehen, wo grad „was los ist“, dann ist es auch Sünde (= Zielverfehlung). ® Ich habe keine Angst, dass hier jemand die Gemeinde verlässt. Und wir werden von ganzem Herzen hören, was Gott von uns will und wo der Hl. Geist uns hinführt.
® Gemeinde / unser geistl.
Leben darf nicht zur Event-Veranstaltung werden! Wenn Gott sichtbar handelt:
wunderbar!
Wenn Gott nicht handelt – wenn er uns sogar scheinbar den Segen wegnimmt
– ist es Zeit, dass wir uns ihm mehr zuwenden.
Alles hat seine Zeit – Zeit der Ruhe und Zeit der Arbeit. Aber Gott hat einen Plan für die Zeit der Ruhe! Er möchte unsere / deine Wurzeln tiefer führen. Er möchte, dass wir geistlichen Tiefgang bekommen: jeder einzelne, die ganze Gemeinde.
Wir Menschen haben oft andere Prioritäten: Erfolg und Sicherheit, Gesundheit, Wohlstand, psychische Stabilität, ein unbeschwertes Leben. Für Gott ist das alles zweitrangig! Er möchte, dass du ein Leben in echter Nachfolge führst. Das bedeutet, dass Gott uns manchmal etwas wegnimmt von dem, was uns so wichtig ist. Das stört uns. Gott stört uns! Er stört unser Leben – und unsere Gemeinde!
Hier findet ein Kampf statt zwischen unserem menschlichen Denken (bibl.: Fleisch) und dem Geist Gottes. Lasse ich es zu, dass Gott mich stört? Ein alter Prediger sagt – auf die Predigt bezogen (gilt für alles andere auch):
„Will die Gemeinde eine radikale Predigt hören? Ist sie bereit, eine Operation auf Tod und Leben an sich geschehen zu lassen? F: „willst du das???“ ... Nein, durchaus nicht. Von sich aus nicht. Alles, was menschlich in ihr ist, wehrt sich mit allen Kräften gegen die durch den Heiligen Geist erneuerte und radikalisierte Predigt. Der Mensch will das Alte hören, das Gewohnte, überall und besonders in der Predigt, das, was er kennt und vor dem er infolgedessen nicht mehr zu erschrecken braucht. Gottesdienst soll sein, Predigt soll sein, das wohl, aber ohne das Ärgernis und ohne das Kreuz, das heißt ohne Gott. Das Fleisch will die fromme, die geordnete Gottlosigkeit, die Gottlosigkeit in den Mauern der Gemeinde, die schlimmer ist als die Gottlosigkeit draußen. Das Fleisch will die beruhigte, die schlafende, die tote Gemeinde, und das heißt gar keine Gemeinde.“ (Manfred Hausmann, Aufatmen 2/2003 S. 47). ® So ging es den Jüngern auf dem Berg (wie wollten nicht das Kreuz!) – und so geht es uns.
Wollen wir Gott ranlassen – an unser Leben, an unsere Gemeinde? Wollen wir, dass er uns tiefer führt? Lassen wir zu, dass er uns stört? Dass er unsere Pläne durchkreuzt? Es ist so beruhigend: ein Leben nach Plan und Gemeinde nach Plan. Und es gibt nichts, was mehr am echten Leben vorbei geht!
Bsp: Autobahn: ich liebe Frankreich – und franz. Autobahnen – in 9 Stunden in der Provence – seit 15 Jahren nehme ich diese Autobahn. Diesmal: Abstecher ins Jura: 50 km in 1 Stunde, furchtbar kleine Straßen, Täler, Berge, Kühe und Schafe, Heuwagen. Du kommst nicht vorwärts. Aber: du siehst die Schönheit der Natur, die kleinen Flüsse + klares Wasser + Spiegelung der Felsen. Wasserfälle und Höhlen, wunderbare kleine Restaurants ...
Gott führt uns manchmal weg von der Autobahn des Lebens – und plötzlich meinen wir zu stehen (Bsp: wie nach 9 Stunden Autobahn ® mit 100 km in die Kurve der Ausfahrt rasen).
Wir rasen manchmal durchs Leben wie auf einer Autobahn – und verpassen fast alles. „Das Leben vergeht so schnell.“ Aber: Krankheit, auf jemanden warten, Unsicherheit, eine durchwachte Nacht, oder eine Stunde beten ... ® plötzlich wird das Leben langsam und die Zeit vergeht nicht mehr schnell.
Bsp: Freund im Krankenhaus: das Gefühl der Hilflosigkeit, der Fremdbestimmung, der Monotonie ® das ist nicht der Berg der Verklärung! – kein Event! Aber: in solchen Zeiten möchte Gott unsere geistlichen Wurzeln in die Tiefe wachsen lassen.
F: Sagen wir JA dazu – oder werden wir verbittert, weil Gott nicht nach unserem Willen handelt, weil er uns nicht folgt? Any hurt makes a man better or bitter.
Gott mutet uns Krisen und Schwierigkeiten zu, damit wir in der Tiefe fest werden. Zitat: Wenn man als alter Mann auf sein Leben zurückblickt, wird einem mit unbarmherziger Deutlichkeit klar, dass das Einzige, wodurch man je etwas gelernt hat, das Leiden ist. (Malcom Muggeridge)
Bsp: 1992 – Michael Plant, einer der erfahrensten Segler weltweit, startet zu einer Nordatlantik-Alleinüberquerung (USA – Frankreich, 14 Tage). Neuestes Boot (unsinkbar! auch bei schwerstem Seegang), Satellitenfunk für Notruf, viele Jahre Erfahrung ® hier kann nichts schief gehen. Aber: Michael Plant kam nie in Frankreich an. Er wurde nie mehr gesehen. Kein Notruf, keine Nachricht. Später fand man seine Yacht bei den Azoren treibend – leer. Grund: damit die Yacht nicht kentert muss sie unter der Wasserlinie schwerer sein als oberhalb ® nach jeder Welle / Windböe stellt sich die Yacht wieder auf. Deshalb: ein 3 Tonnen schweres Gewicht am Rumpf macht die Yacht unsinkbar. ® aber: das Gewicht war abgebrochen und die Yacht wurde zu einem Spielball der Wellen: instabil, nicht mehr manövrierbar, die nächste Welle wirft sie um. Das Meer wird zum Grab für Michael Plant.
® Wir können an der Oberfläche so perfekt wirken, wie wir wollen. Irgendwann wird das Leben unruhig, und dann zeigt sich, wieviel Substanz „unter der Wasserlinie“ haben. Dort ist die Seele, der Geist des Menschen. F: Wie sieht’s bei dir aus? Bist du stabil für die Stürme des Lebens? Gott wird dich auf alles vorbereiten, wenn du ihn lässt. Aber man kann sich dagegen wehren.
Für diese Vorbereitung braucht es mehr als geistliche Erlebnisse. Geistliche Erlebnisse sind toll, sprechen das Gefühl an, sind Höhepunkte. Aber: danach kommt oft ein Gefühl der Leere, der Unzufriedenheit mit dem „Normalen“, sie bringen keinen Tiefgang, das Erlebnis scheint wichtiger als Jesus, sie erfordern wenig geistliche Disziplin. ® Wenn ein Mensch durch ein super geistliches Erlebnis (z.B. Veranstaltung, Heilung, Wunder) zum Glauben kommt und beginnt, mit Jesus zu gehen, dann ist er noch lange nicht am Ziel: ® dann kommt es darauf an, ob er jetzt beginnt, in die Tiefe zu wachsen. Dann – und nur dann – wird er auch in Angriffen / unruhigen Zeiten stehen und bestehen.
Not und Leid ist ein Weg, wie wir fest werden können. Es gibt andere Wege – ich möchte zwei zeigen:
Viele Menschen sind einsam. – Das ist etwas anderes als alleine sein. Man kann 1000 Menschen um sich herum haben, und trotzdem furchtbar einsam sein. Einsamkeit:
· ich kann mit niemandem wirklich reden
· niemand versteht mich
· niemand interessiert sich für mich
· ich habe Bekannte, Kollegen, ... aber keine Freunde
Und dann? ® Fast alle Menschen der Bibel, die Gott gerufen hat, waren einsam! Erst in der Einsamkeit können wir Gott wirklich hören – wenn wir auf ihn hören. Wenn wir nicht verbittert werden.
Ist es wirklich wahr, dass du einsam bist? Gott will dir ein Gegenüber, ein Freund, ein Bruder, ein Vater sein: · Liebe, die kein Mensch geben kann. · Verstehen, wie kein Mensch dich verstehen kann. · Trost, den kein Mensch geben kann. · Freude, die kein Mensch geben kann. · Einen Weg weisen, den kein Mensch dir zeigen kann.
Und er wird dir eine geistliche Tiefe geben, die du anders nicht erreichen würdest.
Das heißt nicht weniger und nicht mehr, als: sich Zeit für Gott nehmen. Urlaubszeit: hier zeigt es sich. Not lehrt beten – aber im Urlaub gehört Disziplin dazu! Das ist eine Entscheidung: für ein geistliches Thema (z.B. Im Glauben wachsen, Was ist meine Berufung, Seelsorge ...), ein Buch der Bibel (gute Bücher, Kassetten, christl. Videos), auswendig lernen, Stille.
Jetzt ist die Zeit, um geistlichen Tiefgang zu bekommen um gerüstet zu sein für die Herausforderungen der Zukunft. Ein Versprechen: Wenn du dir im Urlaub einen Abend Zeit für Gott nimmst (Beten, Hören, Lesen) wirst du viele Monate davon profitieren – weit mehr als beim Fernsehen oder in der Kneipe eine Flasche Wein trinken.
F: Triff jetzt eine Entscheidung: Ich will in den nächsten Wochen das ... tun.
Es geht jetzt um Entscheidungen. Gott möchte, dass dein Geist/Charakter/Persönlichkeit fest wird – unter der Wasseroberfläche! F: Willst du das? Wagst du es, Gott darum zu bitten?
® Damit riskieren wir Probleme, die wir alleine nicht lösen können! Gott wird uns etwas zumuten – das kann unbequem werden: Habt ihr denn vergessen, was Gott euch als seinen Kindern sagt: "Mein Sohn, wenn der Herr dich zurechtweist, dann sei nicht entrüstet, sondern nimm es an, denn darin zeigt sich seine Liebe. Wie ein Vater seinen Sohn erzieht, den er liebt, so schlägt der Herr jeden, den er als sein Kind annimmt." Hebr. 12, 5-6
Zwei Dinge tun:
1.) Versöhne dich mit allen Situationen, die nicht nach deinem Willen waren/sind und für die du Gott anklagst! Wenn ich wirklich wachsen und fester werden möchte, muss ich zu allem JA sagen, was in meinem Leben passiert. „Denn es muss dir alles dienen.“ Ps. 119,91 Jede Erfahrung in meinem Leben – sie muss Gott dienen! Sag JA zu allem!
2.) (auch an die Leiter der Gruppen – frage deine Leute): Wer möchte nicht mehr als erstes Anliegen haben, dass Gott sich um deine Pläne, Ziele, Anliegen, Probleme kümmert, sondern sagt: „Gott, ich möchte vor allem weiterkommen, dir ähnlicher werden, Frucht bringen, rein werden, Vollmacht bekommen – egal was es kostet. Nimm weg, was dich hindert.“