Gnade

Einführung:

Bsp: Theater, antikes Drama, der Angeklagte steht am Galgen, das Urteil gesprochen, der Henker hebt die Hand ® Tochter des Königs erscheint: NEIN !!! Was tut der König? Einzige Chance: Gnade!

Gnade – scheinbar so alt wie das antike Drama!

Aber für uns doch aktuell: Fast jeder Brief im NT beginnt mit Gnade sei mit euch ...

F: Was ist Gnade?  ® 3 Aspekte: Gnade annehmen  ... wahrnehmen   ... weitergeben

Gnade annehmen

·         chen (heb.) = Gunst: Wenn ich bei jemandem Gunst habe = der mag mich, zu dem kann ich gehen, wenn ich was will.

·         chasad (heb) = Erbarmen: Bsp: Kind hat Mist gebaut und schleicht nach Hause – schimpfen sie?

·         charis (gr) = Liebeserweis: Bsp: Die nette „Tanten“ mit den Bonbons in der Handtasche

® Gnade beruht immer auf Freiwilligkeit von Personen, die dich gut oder schlecht behandeln können.

® Wir sind alle mehr oder weniger von Gnade abhängig. Von wessen Gnade lebst du?: Chef, Kollegen, Nachbar, Familie, Ehepartner, ... Bsp: Wie ein Zappeln am Faden (Bild)

Musst du ständig kämpfen um Gnade, Gunst, Liebeserweise?

Oder: Versuchst du, alle Abhängigkeiten loszuwerden? Bsp: Kollege: Frühruhestand, Indien: keine Abhängigkeiten. ® oder doch? Es bleibt: Schicksal oder Gott

® Gnade kann nicht erzwungen werden – auch Gottes Gnade nicht (auch nicht durch Gebet!)

Seit sich der Mensch durch Sünde ( = Trennung) von Gott getrennt hat, ist „Schluss mit lustig“.

Es bleibt nur die Frage: F:  Bietet Gott mir noch Gnade an? (er muss ja nicht!)

Antwort: JA! Durch Jesus Christus: Denn aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, und <zwar> Gnade um Gnade. Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben; die Gnade und die Wahrheit ist durch Jesus Christus geworden. (Joh 1,16-17)

F: Er bietet Gnade an – wir haben alle empfangen – hast du sie auch empfangen?

Die Gnade Gottes gibt uns Freiheit – auch zur Lebensentfaltung!

Dein Leben hängt nicht mehr an der Gnade deines Chef, Kollegen, Nachbar, Familie, Ehepartner, ...

Du musst nicht mehr zappeln ® Selbstbewusstsein: Ich habe Gnade bei Gott gefunden!

Gnade wahrnehmen

Gott fordert uns auf, seine Gnade wahrzunehmen! – in vielen Psalmen: Ich will singen von der Gnade meines Herrn (z.B. Ps. 89)

® Das hält/macht gesund – die Gnade Gottes zu betrachten! Psychosomatik: Trübe Gedanken ® trübe Seele ® Krankheit

Wir Deutschen sind ein Volk von Jammerern!

Psychologie: Wer jammert, der will nichts ändern.

Fragebogen eines Motivationstrainers: „Die Welt ist voller ...“ ® Antworten: 1.) Idioten 2.) Unglück

Die Gnade Gottes betrachten (und zu wissen: Ich habe kein Recht darauf!): 57 Jahre Frieden, Reichtum (vgl. Afrika, Asien), Sicherheit (Wald), Rechtsschutz, med. Versorgung (vgl. Behinderungen in 3. Welt), Schule für jedes Kind, Lebenserwartung

Bsp: Frauenkonferenz in USA im Sept. 2001: Europ. Frauen waren stolz, dass sie sich fliegen getraut haben nach dem 11. Sept. Afrikanische Frauen: Das ist doch kein Risiko! Unser Leben ist jeden Tag gefährdet, und zwar viel mehr.

Gnade wahrnehmen im Alltag: Gesundheit/Heilung (ein Wunder Gottes!), Reise (wer betet noch vor dem Autofahren? Der HERR  wird seinen Engel mit dir senden und wird deine Reise gelingen lassen. 1. Mo 24,40 ® wenn eine Reise gut geht, ist das Gnade!)

Oft: Erst wenn uns etwas fehlt, erkennen wir die Gnade, die Gott uns bisher gegeben hat – was fehlt, wird wertvoll (ab 60: Ich wünsche dir Gesundheit)

 

Nimm die Gnade wahr, die Gott dir gibt! ® Gefahr: Wir sehen nur, was andere mehr haben – und werden unzufrieden, fordern von Gott: Das will ich auch!

Wie viel Not tun sich Gottes Kinder an, indem sie in der Haltung leben: Das will ich auch!

® Wir haben kein Recht auf Gottes Gnade / Zuwendungen / Liebeserweise:

Wir sind nicht Kläger – Gott ist nicht Angeklagter – es gibt keinen Richter, der Gott verurteilt: „Gott, wir verurteilen dich dazu, dass du an Herrn Maier folgenden Gnadenerweise bezahlen musst ...“ ® das ist absurd, aber manchmal benehmen wir uns so.

Gott lacht darüber – oder er weint, denn: Wir können von Gott nichts fordern! Gott ist zu nichts verpflichtet. Wir können/dürfen bitten. Aber wenn Gott gibt, dann ist es wegen seiner Gnade:

Mose: Lass mich doch deine Herrlichkeit sehen

Gott: Ich werde gnädig sein, wem ich gnädig bin, und mich erbarmen, über wen ich mich erbarme. (2. Mo 33,19)

Schau auf das, was Gott dir in seiner Gnade gegeben hat. Schau nicht auf das halbleere Glas und sage: „Gott, halb leer, ich will, dass du es sofort füllst“

Sondern: „Danke für alles, was du mir gegeben hast – verdient habe ich es nicht.“

Gott will das Glas füllen, bis er überläuft, das hat er gesagt: Ein volles, gedrücktes, gerütteltes und überfließendes Maß wird man in euren Schoß geben. (Luk. 6,38)

F:  Aber was steht davor: Gebt, so wird euch gegeben.

Gott will das Glas voll machen, aber nicht, weil er muss. Wir müssen unsere Stellung erkennen: ich bin Mensch – Er ist Gott.

Gnade weitergeben

Gebt, so wird euch gegeben: Wir sollen Gnade weitergeben, gnädig und barmherzig sein.

Selig/Glücklich sind die Barmherzigen, denn Gott wird auch mit ihnen barmherzig sein. (Mt. 5,7)

Gnade und Barmherzigkeit sind unserer Zeit verloren gegangen: Dienstleistungsgesellschaft – geprägt von Erwartungen.

Wir sind höchst ungnädig, wenn unsere Erwartungen nicht erfüllt werden. Aber: je mehr wir von anderen fordern, desto unmenschlicher werden wir.

Gemeinde: viel ungnädiges, unbarmherziges Reden über andere.

Aussage: Wie kann Gott diese Gemeinde segnen, wenn es hier Menschen gibt, die so viel sündigen? ® Klingt sehr einleuchtend, aber: Gottes Wort sagt: Wie kann Gott deine Gemeinde segnen, solange du  deine Geschwister lieblos richtest? Verurteilt keinen Menschen, dann wird Gott euch auch nicht verurteilen! (Lk. 6,37)

Was sollst du tun, wenn wir wissen, dass jemand sündigt? ® für ihn beten (und evt. helfen)

Was sollen wir nicht tun? ® darüber reden!

Gott ist gnädig mit dir – und so sollst du auch mit anderen umgehen.

Achtet darauf, dass keiner von euch an Gottes Gnade gleichgültig vorübergeht, damit sich das Böse nicht bei euch breit macht und Zank und Streit die ganze Gemeinde vergiften. (eine bittere Wurzel aufwächst) (Heb. 12, 15)

F: Was hast du heute ungnädiges über jemand anderen gesagt/gedacht/dir vorgenommen, zu erzählen?


Gott ist gnädig mit dir:

1. Sei du gnädig mit deiner Schwester/Bruder in der Gemeinde

2. Sage diese Gnade weiter denen, die noch nie davon gehört haben.

Kaum jemand in Deutschland weiß von der Gnade Gottes! (Kirche ist nur Tradition für alte Leute, Glaube an Gott ist out).

Aber: Viele Menschen leiden unter ihrer Schuld / Unvollkommenheit / dem Gefühl: Ich darf nicht sein.

Wer sagt es ihnen:

·         „Wenn du zu Gott kommst und dich Jesus anvertraust, wird er dir deine Schuld vergeben!“

·         „Es ist kein Zufall, dass du lebst. Du bist von Gott in Liebe geschaffen – er wollte, dass du lebst, er hat dich geplant und er kannte dich, bevor deine Eltern dich zum ersten Mal gesehen haben – und er hat einen guten Plan für dein Leben.“

Wer sagt das deinem Nachbarn / Arbeitskollegen / Verwandten ... ?

Sage die Gnade Gottes weiter!