Wunsch nach Bibellehre und Bibelverständnis (nähre diesen Wunsch!) – heute eine Geschichte aus dem AT, die unser Leben mit Gott prägen soll.
Vorgeschichte:
Volk Israel lagert am Fuße des Sinai-Berges. Mose oben, empfängt das Gesetz (viele Tage lang). Volk unten – wird ungeduldig, empfindet Hilflosigkeit! ® macht sich einen eigenen Gott aus Gold.
Mose kommt zurück – emotionaler Ausbruch – wirft die zwei Gesetzestafeln hin, so dass sie zerbrechen. Das war das schriftliche Wort Gottes! ® F: Was würden wir mit einem Leiter machen, der aus Zorn und Unbeherrschtheit das empfangene Wort Gottes hinwirft und die Gemeinde verflucht?
Am nächsten Tag erwacht sein Hirtenherz wieder.
L 2. Mo 32, 30-35
V 32-33: Es gibt keine stellvertretende Buße von Menschen für Menschen! Nur Jesus konnte die Schuld stellvertretend auf sich nehmen. ® Jeder Mensch muss selbst Buße tun und sich bekehren. Auch ein gläubiges Elternhaus („betende Oma“) rettet dich nicht.
Es gibt keinen Eintrag im „Buch des Lebens“ ohne Buße und Bekehrung! Keine Tradition, kein Fürsprecher, keine Ausrede wird einen Menschen retten, der vor Gott im Gericht steht!
F: Hast du dich bekehrt? Wann? Hast du Buße getan und alle Sünden bekannt, die der Heilige Geist dir gezeigt hat? Hast du dein Leben unter die Leitung Jesu gestellt? Bist du ihm gehorsam, auch wenn es gegen deine Interessen geht?
Wo ist die Liebe Gottes? ® Du darfst immer kommen und Gott wird dich nicht ablehnen! (Jesus: „Ich klopfe an – wenn jemand die Tür aufmacht, werde ich hineinkommen.“) Gottes Geduld hört nie auf! Du kannst dich auf dem Totenbett bekehren – und wenn du es ernst meinst, wird Gott dich annehmen. (Risiko!)
L 2. Mo 33, 1-6
V 5: Nochmal: Gott ist ein heiliger Gott – er erträgt Sünde nicht! Gott nimmt Sünde ernst – so ernst, dass er sich zurückzieht, seine Gegenwart entzieht.
Wo ist die Liebe Gottes? ® Gott verlässt sein Volk, weil es sündig ist – aber es bleibt weiterhin sein Volk und er bleibt ihr Gott! Er zieht seine Berufung nicht zurück!
Wenn du ein Kind Gottes bist (Buße, Bekehrung, Annahme = Adoption, Kindschaft), dann gehörst du zu Gottes Volk. Du bleibst ein Kind Gottes, auch wenn du sündigst (außer wenn du die Gnade, den Tod Jesu am Kreuz, verlästerst und verspottest). Aber:
1. Sünde hat Konsequenzen – die müssen wir tragen. Ich kenne Sünde in meinem Leben und im Leben vieler Menschen, die ich/sie tragen müssen. Das nimmt Gott uns nicht weg! (und wenn er es doch tut, ist es unverdiente Gnade!). Bsp: Strafzettel, Diebstahl/Betrug, Ehebruch ... – da ist Buße und Umkehr angesagt, aber nicht die Erwartung, dass Gott die Konsequenzen wegnimmt. (Wenn ich etwas gestohlen habe, muss ich es zurückgeben. Jesus starb ja für meine Sünde gegenüber Gottes Gesetz, aber die Schuld gegenüber Menschen muss ich selbst bezahlen.)
2. Wenn ich in Sünde lebe, zieht Gott seine Gegenwart zurück. Bsp: „Ich habe Gottes Gegenwart gespürt, aber nicht gefunden. Dann habe ich gefragt: Warum? ® Sünde (neg. Einstellung gegenüber jemand anderem).“ ® Gott will das nicht! Sein Herz sehnt sich nach uns, weil er uns liebt. Deshalb gibt er uns immer die Möglichkeit, Sünde zu bekennen und uns frei zu machen. Aber wenn wir in Sünde verharren, wird seine Gegenwart nicht bei uns sein.
V 1: Gott ruft Mose zu: Jetzt geh weiter. Bleibe nicht in der Wüste, ... am Platz der Enttäuschung, ... am Platz der Stillstandes, der Verfehlung! Geh auf deine Berufung zu!
Gott hat seine Berufung nicht weggenommen, er hat das verheißene Land nicht weggenommen. Dieser Ruf gilt auch für uns!
Denken wir mal nach: Was hat Gott uns alles versprochen (nach der Bekehrung): Verheißungen, Prophetien, einen Auftrag, ein Ziel ... F: Erinnerst du dich noch? Und jetzt sagt Gott: Geh!
F: Gehst du noch – oder trittst du auf der Stelle? Ist das vielleicht heute der Ruf Gottes an dich: Geh weiter!
· Bleibe nicht stehen am Ort der Sünde: Wenn du Buße getan hast, hat Gott dich wieder würdig gemacht!
· ... am Ort der Verletzung: Seelsorge ist wichtig, aber auch die Verwundeten dürfen weiterlaufen – vielleicht hinkend und mit einem Verband. Aber bleibe nicht auf dem Krankenbett: steh auf und gehe weiter, Gott hat auch dir das gelobte Land verheißen. (® vergib – das ist auch Freiheit!)
· ... am Ort der Müdigkeit: Gott wird dir neue Kraft geben, wenn die beginnst zu laufen: „Sie laufen, und werden nicht müde“ – aber sie müssen laufen. · „alte“ Menschen, die müde geworden sind für Neues: Israel musste auch bereit sein für Neues. · enttäuschte Menschen: „Mir wird es nie gelingen“ ® das ist immer eine Lüge des Feindes! Gott sagt: Steh auf und geh (Bsp: Gelähmter)
· ... am Ort der anderen Interessen: vielleicht hast du dich lange Zeit um deine eigenen Pläne gekümmert und nicht um Gottes Sache. Aber Gott sagt: Geh weiter! Trachte zuerst nach meinen Dingen, und dann wirst du alles andere bekommen.
Wohin soll Mose denn gehen? In der Wüste gibt es keine erkennbaren Wege, aber viele Gefahren – genauso wie in unserem Leben.
L 2. Mo 33, 12-16
V 13 - 14: Hier wird Mose ganz menschlich: er will den Weg wissen! Das wäre doch das Beste: Gott gibt uns einen Plan, eine „Lebenslandkarte“: „erst mal geradeaus, dann an der Kreuzung rechts, über die Brücke, an der Tankstelle vorbei (dort kannst du ein Eis holen), an der Ampel kurz anhalten (nach 30 sec wird es grün), dann links ...“
Wäre das nicht gut, so einen Plan zu haben? Dann könnten wir alleine gehen und würden doch alles richtig machen. Wir müssten nicht jeden Tag Gott fragen. Wir müssten nicht Menschen fragen. Keine Bücher lesen, keine Predigten anhören, keine Unsicherheit, keine Fehler: selbständig und erfolgreich durchs Leben bis zum Ziel. Willst du das nicht auch? Mal ehrlich: wir wollen autonom sein, unabhängig! Vielleicht, dass wir andere beraten mit unserer Lebenserfahrung, aber wir selbst wollen nicht abhängig sein. Oder?
Was antwortet Gott? Er gibt keinen Plan, keine Wegbeschreibung, sondern: „mein Angesicht soll vorausgehen“. Das heißt: Mose (Heike, Rita, Ulrike, Michael ...), bleibe jeden Tag bei mir, in meiner Gegenwart. Nicht schneller laufen als ich – aber auch nicht langsamer. Ich bestimme den Weg und das Tempo.
® Das ist Abhängigkeit vom Herrn! F: Wie wirkt das auf dich? (Gefangen, an der Hundeleine?) ® Man kann das negativ sehen. Aber:
Hier sehen wir Gottes Herz! Er will Gemeinschaft mit uns haben. Weil er weiß, dass uns das gut tut, dass wir das brauchen. Das heißt auch: Gott geht mit uns, er geht unseren Weg mit. Er verlässt dich nicht. Er ist Tag und Nacht für dich da. Er wird sein Angesicht nicht verbergen. Das ist ein Versprechen von Gott – und eine Verpflichtung für ihn. Warum? Weil er uns/dich liebt. Bsp: Vielleicht können das nur Mütter verstehen: Wie schwer fällt es, eine neu geborenes Kind zum ersten Mal alleine zu lassen!!!
So geht es Gott auch. Und er weiß, warum.
Mose weiß es eigentlich auch, denn: mit einem Engel
gibt er sich nicht zufrieden! Gott sagt: Ich selbst komme nicht mit,
aber ich schicke einen Engel mit.
Mose: Wenn dein Angesicht nicht mit uns geht, dann führe uns nicht
von hier hinauf.
Von Mose lernen: Wir wollen Gottes Gegenwart und keinen billigen Ersatz (und wenn er noch so beeindruckend ist)! Ich will keinen Engel, sondern Jesus (Weg mit den Engelgeschichten und Engelbüchern ...!). ® Es gibt religiöse Ereignisse, religiöses Verhalten, sogar Zeichen und Wunder – aber Gott ist nicht dabei! Bsp: Lobpreis bei dem alle weinen/lachen/zittern | Heilung | Befreiung ... ® Frage: Jesus, ist das von dir, bist du da? Auf was schauen wir: auf Jesus, oder auf die Ereignisse? Wenn Gottes Gegenwart nicht dabei ist, sondern nur ein Spektakel, dann brich es ab und geh heim, im Namen Jesu!!!
Wie wir das unterscheiden können? Der Hl. Geist gibt die Gabe der Unterscheidung, wenn wir ihn fragen! Er zeigt uns die Wahrheit – gerade im geistlichen Bereich.
V 12: Mose bittet um Gottes Gegenwart – warum kann er das? Weil er von Gott erwählt und berufen ist. (L V12)
Wenn du ein Gotteskind bist, dann bist auch du von Gott gerufen/erwählt/bei Gott bekannt. Er kennt dich mit Namen! Gott kennt dich! Name = alles von dir, dein Leben, deine Familie, deinen Alltag, deine Arbeit ... = „mit Namen“. Was ein Name ist, das weiß man erst, wenn man keinen mehr hat (Bsp: Namensänderung bei Hochzeit). Wenn Menschen nur noch eine Nummer haben (Gefängnis, Lager, ® Patient – wenn du mal hörst: „der Krebspatient aus Zimmer 112“, dann weißt du: du bist kein Mensch mehr, sondern nur noch eine Nummer).
Aber Gott gibt uns keine Nummer: er kennt unseren Namen und wir werden diesen Namen finden im Himmel, im Buch des Lebens. Bsp: Dein Gebet: steigt zum Himmel, kommt zu Gott – Gott fragt: wer betet zu mir? ® Nicht „irgendeiner aus Göppingen“, sondern: „Bernd Eppinger“ – Gott: „Oh, Bernd, das freut mich, der ist mir ganz arg wichtig, was sagt er?“
F: Was spricht dich an?
· Gottes Heiligkeit – dann tue Buße und reinige dein Leben
· Gottes Ruf: geh weiter und bleibe nicht stehen – dann erinnere dich an deine Berufung und frage Gott: was darf ich als nächstes tun?
· Der Ruf nach Gottes Angesicht/Gegenwart: suche sie – und bitte den Hl. Geist um Klarheit, wo nur religiöse Praxis im Vordergrund steht.
· Deine Erwählung von Gott, dass er dich kennt: Freue dich und sprich es dir immer wieder zu (Zettel zur Erinnerung, Brief von Gott)