Weihnachten: Herodes und die Angst vor Veränderung

Weihnachten: Bedürfnis nach Zuhause, Stille, Familie, Rückzug, das Gewohnte und Vertraute, die Welt bleibt draußen.

Grund: Tradition/Erziehung, Gewohnheit, Sehnsucht nach Frieden

Aber: Als Jesus geboren wurde gab es Menschen, die spürten: das Gewohnte/Tradition ist vorbei – Jesus bringt etwas Neues!

Besonders: König Herodes – wie hat er auf die Geburt von Jesus reagiert?

Herodes hat es sich gut eingerichtet – seit 33 Jahren ist er König der Juden. Hat gelernt, seine Macht zu bewahren: bei den Römern beliebt gemacht, bei den Juden hat er es (erfolglos) versucht: große öffentliche Bauten, Tempel, Wohltaten an das Volk, Hilfe in Hungersnöten. Jahrzehntelang Frieden und blühender Handel. Festungsanlagen gegen innere und äußere Feinde. Sobald ihm jemand gefährlich wurde, hat er ihn auf die Seite geräumt. ® Wer könnte ihm gefährlich werden!

L Mt. 2, 1-12 + 16

Da passiert es: Nach 33 Jahren wird ein Kind in Bethlehem geboren, in einem Stall – und plötzlich ist es mit der Ruhe vorbei!

Es geschah nicht still, unbemerkt: Gelehrte (Weise) aus dem Morgenland (Persien) bekommen von Gott einen Hinweis und machen sich auf die Reise. Sie kennen das Geburtsland (Palästina), aber nicht den Geburtsort. Sie gehen zum König: „Wo ist der neue König der Juden?“

Herodes: bestürzt, erschrocken – und ganz Jerusalem mit ihm! Ahnung: Es wird sich etwas verändern! Etwas Neues kommt. Eine Revolution? (viele Revolutionen überstanden) ® eine Jesus-Revolution? JA!

Revolution (Duden): Aufhebung, Umwälzung der bisher als gültig anerkannten Gesetze oder der bisher geübten Praxis durch neue Erkenntnisse oder Methoden.

Jesus kam nicht, um alles zu lassen und um das zu bewahren, was Menschen sich eingerichtet haben! Revolution: bisher kannten nur die Juden Gott, jetzt sollen es alle Völker hören. Jesus hat die ganze Welt verändert!
Philipp Schaff, Historiker:

Jesus hat ohne Geld und ohne Waffen mehr Menschen erobert als Alexander der Große, Cäsar, Mohammed und Napoleon. Ohne Wissenschaft und ohne Bildung hat er mehr Licht auf die Dinge geworfen, die den Menschen und Gott betreffen als alle Philosophen und alle Wissenschaftler zusammen. Ohne erlernte Beredsamkeit sprach er Worte des Lebens, wie sie weder zuvor noch nachher je ausgesprochen wurden. Die Auswirkungen, die er hervorzurufen hat, übersteigen die Erfindungskraft eines Schriftstellers. Ohne selbst auch nur eine einzige Zeile geschrieben zu haben, hat er mehr Autoren in Bewegung gesetzt, mehr Themen für Predigten, für Reden, für Gespräche, Diskussionen, Kunstwerke, Nachschlagewerke und Lieder geliefert als die berühmtesten und fähigsten Menschen der Antike und Gegenwart. Geboren in einem Stall, gekreuzigt als Übeltäter, hält er die Entwicklung dieser Welt fest in der Hand und regiert als unsichtbarer Herrscher über dem ganzen Erdkreis.

Jesus kommt und beginnt, die Welt zu verändern – und fängt ausgerechnet im Land von Herodes an. Herodes spürt, dass sich etwas ändern wird. Aber: Es soll alles so bleiben, wie es ist – Veränderung macht ihm Angst. ® Er versucht mit allen Mitteln, die Veränderung zu verhindern!

·         Durch Weisheit/Erkenntnis: Vers 4 und Vers 7

·         Durch List: Vers 8

·         Durch Gewalt: Vers 16

Herodes war der mächtigste Mensch in diesem Land: wer ihn zum Feind hatte, hatte ein Problem!

® Gott sorgt dafür, dass sein Plan gelingt, er sorgt für seine Kinder, und er lässt sich nicht von Menschen aufhalten. (® Herodes starb wenige Monate danach einen furchtbaren Tod durch Darmkrebs).

Jesus hat seine Aufgabe noch nicht beendet. Schritt für Schritt erobert er die Welt für das Reich Gottes. ® Er ist ein Eroberer! (Länder, Herzen von Menschen, Finsternis). Was tun wir, wenn wir merken: Jesus möchte etwas verändern, Neues schaffen, hat neue Wege für uns!

Herodes versucht, Jesus mit Gewalt/List zu bremsen. Was tun wir? Verharmlosung, Gleichgültigkeit, Sturheit, das Gewohnte festhalten? ® Jesus ist gekommen, um auch unser Leben so zu verändern, wie er Israel und die ganze Welt veränderte.

Wie macht er das? Durch seinen Heiligen Geist: Ich bekomme immer mehr Ehrfurcht vor dem Geist Gottes:

·         Gemeinden/Gruppen, die dem Geist Gottes wehren: gehen ein oder erstarren! ® Gott segnet es nicht, wenn sich Menschen seinem Vorhaben widersetzen.

·         ... die sich dem Geist Gottes öffnen: Vollmacht, Kraft, Veränderung, Segen, geistl. Leben

Bild für den Geist Gottes: Wind

Geschichte: John Muir Abenteurer und Eroberer in Amerika, der um 1850 im Wilden Westen lebte. War in den Rocky Mountains in einer Blockhütte, Dezember: heftiger Sturm vom Pazifik, der die mächtigen Tannen und Fichten bog, als wären sie Streichhölzer. Vorstellung: John Muir setzt sich in die Blockhütte, schließt die Tür ab, macht sich ein Feuer und einen warmen Tee, schreibt sein Tagebuch und hofft, dass der Sturm vorüber geht, ohne dass viel passiert.

Aber: John Muir kämpft sich hinaus in den wilden Sturm, klettert auf einen hohen Felsen auf dem eine riesige Fichte steht. Klettert auf die Fichte hinaus, wo weit es geht, klammert sich fest, schwankt im Toben des Sturmes – und genießt die Kraft von Wind und Regen.

Dieses Bild fragt uns: Bist du ein Zuschauer, der sich in die Blockhütte zurückzieht und hofft, dass der Geist Gottes bald vorüber ist und alles so bleibt, wie es war? Was tust du, wenn Gott dich durch eine Bibelstelle/Predigt anspricht? Wenn der Geist Gottes im Gottesdienst wirkt? Was wünschst du von Gott für das neue Jahr? Dass alles so bleibt wie es ist – und noch ein wenig gemütlicher wird?

Gott hat uns nicht zur Gemütlichkeit berufen, sondern zum Erobern.

Was ist dir wichtig: warme Füße und voller Bauch?

Oder bist du bereit, mit Gott etwas zu wagen? ® auch wenn dein Leben dabei etwas ungemütlicher werden könnte als bisher?

Er ist der HERR, dessen Weg in Wetter und Sturm ist (Nah 1,3)

F:  Bist du sicher, dass das Leben, das du gerade lebst, wirklich Gottes Wille ist?

Ich empfinde es manchmal so: ich habe mein Leben geordnet, kontrolliert, im Griff. Die Vergangenheit ist bereinigt. Die Beziehungen sind ok. Die Versorgung des täglichen Lebens geregelt. Ich habe geplant, gebetet, vorbereitet, organisiert. Alles ist an seinem Platz – wie in der Blockhütte von John Muir: das Teewasser kocht, das Feuer im Kamin brennt, die Tür ist abgeschlossen. Und dann kommt ein Sturm – unerwartet, heftig. Der Sturm reißt die Tür der Blockhütte auf und reißt mir mein schön geordnetes Leben aus der Hand und zerstreut alle Einzelteile über die umliegenden Hügel und Täler. Und nun?

Baue ich hektisch die Blockhütte wieder auf, renne (mit Hilfe von Seelsorgern und guten Freunden) über die Hügel und Täler und suche die Einzelteile meines Lebens zusammen um alles wieder so aufzubauen, wie es war? Und bin beleidigt, wie Gott mir das antun kann: mein kleines Königreich durcheinander zu bringen? Darf Gott das?

Gottes Geist ist Leben/Bewegung/Veränderung! Wir können den Geist Gottes nicht kontrollieren. Jesus zu Nikodemus: Der Wind weht, wo es ihm gefällt. Du hörst ihn nur rauschen, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht. So geheimnisvoll ist es auch, wenn ein Mensch vom Geist geboren wird. (Joh 3,8)

Das ist die Dynamik Gottes: er handelt, wie und wo es ihm gefällt. Wenn wir uns dagegen stellen und blockieren, wird unser Leben bald seine Lebendigkeit verlieren. Wenn ein Mensch/Gemeinde/Land sich zurückzieht und vor allem darauf aus ist, das Vorhandene zu bewahren/schützen/verteidigen, dann wird es sterben! (Bsp.: Deutschland, Gemeinden)

 ® Halte dein Bewusstsein wach, damit du da bist, wo der Wind des Geistes weht, wo Gott handelt und wirkt – stelle dich dort hin und mache mit.

Gott ruft uns heute (Weihnachten, vor Beginn eines neuen Jahres) – willst du eine Entscheidung treffen?

·         Jesus, wenn du etwas Neues in meinem Leben beginnen willst, dann mach ich mit – auch wenn es ungewohnt ist  - und auch, wenn ich etwas Altes dafür aufgeben muss.

·         Jesus, wenn du mich rufst, neues Land zu erobern, dann werde ich kommen – auch wenn es stürmt und ich dabei nass werde.

·         Jesus, wenn du mein Leben verändern willst, dann tu es – und ich bin nicht beleidigt, wenn deine Wege anders sind, als ich es mir vorgestellt habe.