[[Alternative Einleitung ® siehe unten]]
Aktuelle Nachrichten: · AIDS in Afrika: ganze Generationen sterben aus! · Serienmörder hat 48 Frauen umgebracht · Irak: täglich sterben Menschen · Tragödien in unserem Familien und bei Freunden: Krankheit, Streit, Hass ...
Das ist nichts Neues: Seit sich Menschen erinnern können, seit Beginn der Geschichte dieser Welt: Tragödien, Leid, Tod. Warum? Diese Welt wird regiert! ® vom „Fürsten dieser Welt“ (Bibel) mit Lüge, List, Gewalt, Krankheit und Tod.
Und immer wieder schreien Menschen in ihrer Not zum Himmel: „Wird dies ewig so weitergehen? Gibt es keinen Ausweg, keine Hilfe?“
Die Antwort kann kein Mensch geben, denn Menschen können die geistliche (unsichtbare) Welt nicht erkennen und verstehen, wenn sie nicht eine „Offenbarung“ bekommen. Aber Gott lässt die Menschen nicht im Unklaren. Er gibt Offenbarungen, Gott sagt uns, was in der himmlischen Welt geschieht:
L Offb 5, 1-5
V1: [L] Wir befinden uns vor dem Thron Gottes und nachdem im Kapitel 4 die Umgebung des Thrones beschrieben wurde, rückt jetzt der in den Mittelpunkt, der auf dem Thron sitzt: Gott. Wie mit dem Zoom einer Kamera sehen wir ein Detail: seine rechte Hand.
Bibel: rechte Hand = Hand der Tat. Wenn sie sich bewegt, dann greift Gott ein: „Die Rechte des Herrn schafft den Sieg.“ (Ps 118,15)
Was tut Gott? Er hält eine versiegelte Buchrolle in der rechten Hand! Was bedeutet das?
Buchrolle: Die siebenfach versiegelte Buchrolle war im römischen Reich eine Rechtsurkunde. Damit wurde jemand bevollmächtigt. Bsp: Ein Testament – oder: Ein König hat seinen Nachfolger eingesetzt. Der Inhalt war kein Geheimnis, darum war sie doppelt beschriftet: Innen mit dem genauen Text – außen mit einer kurzen Zusammenfassung. Also wusste jeder, um was es ging. Aber: Durch das Brechen der Siegel geschah die Machtübergabe. (Bsp: Verleihung einer Titelurkunde, z.B. Meister, Doktor).
Wir befinden uns genau in solch einer Zeremonie: Derjenige, der diese Buchrolle öffnet, bekommt von Gott die Macht über die Erde verliehen. Er wird der letzte König sein, er wird in der letzten Zeit (Endzeit) regieren, er wird sein Reich bauen.
V2: Jetzt steht die große Frage im Mittelpunkt: Wer wird der letzte König sein, dem alle Macht verliehen wird? [L]
V3: Es wird gesucht. Wie oft wird gesucht nach einem Menschen, der geeignet ist, eine Aufgabe zu erfüllen: Nachfolger für eine Firma, geeignete Pastor/in, der richtige Älteste/r, Leiter/in. ® wie oft dauert es Jahre, bis jemand gefunden wird. „Wer ist der Richtige – wer ist fähig, würdig, die Welt nach Gottes Willen zu regieren?“
Menschen glauben immer wieder, dass sie jemanden gefunden haben, der retten kann. „Wer am meisten Hoffnung vermittelt, der hat am meisten Erfolg.“ Ihm vertrauen Menschen alle Macht an – und werden enttäuscht. So hat jeder große Präsident angefangen (auch Schröder) – und viele haben als Diktator geendet.
„Wer ist würdig???“ – Die Antwort ist tragisch: [L] Es kann niemand gefunden werden, nicht unter der Erde, nicht auf der Erde, und niemand im Himmel! ® selbst die Engel sind dieser Aufgabe nicht gewachsen! Wie viel weniger sind wir selbst dazu in der Lage. Aber oft denken wir, wir müssten die Welt retten, oder zumindest Teile davon. Wie viel gut gemeinte, gerade christliche Selbstüberschätzung erleben wir, weil Menschen (auch wir selbst) glauben, der Retter zu sein: dieses Landes, dieser Stadt, dieser Gemeinde, dieses Menschen ... Wie viel Verbissenheit, Lieblosigkeit, Überforderung, Burn-Out ist die Folge – gerade auch in unseren Kreisen. Wir können nicht retten – nicht einmal einen einzelnen Menschen (Bsp: jaja, liebe Seelsorger, liebe Evangelisten!)
V4: „Niemand ist würdig!“ – das ist die tragische Antwort. Bemerkenswert: Die Reaktion des Schreibers Johannes. Er steht nicht darüber und sagt: „Ätsch, habe ich ja gleich gewusst“, so wie wir manchmal denken, wenn jemand an einer Aufgabe scheitert. Nein – er weint! [L] Er weint für die Menschen, er weint für die Welt, für die es keine Rettung gibt, er weint über den Fluch und den endlosen Kreislauf von Geburt in Schmerzen, Leben in Schmerzen und Sterben in Schmerzen – über Hass, Lüge, Betrug, Egoismus, Kälte, Verachtung, Ausbeutung ...
Johannes ist kein Engel – er ist ein Mensch! Er ist einer von uns. Seine Reaktion muss unsere Reaktion werden. Auch wir sollten wieder weinen über die Not dieser Welt und der Menschen. Bsp: Brief an William Booth: „Ich habe alles versucht, aber nichts funktioniert.“ ® Antwort: „Try tears“. ® JesusFilm!
V5: Es gibt keinen Retter für diese Welt! – Keinen aus dieser Welt! Gibt es keine Hoffnung? ® Da antwortet Gott selbst, er selbst schickt jemanden. [L] Wir haben nichts anderes erwartet: Gott schickt einen Löwen, der endlich die Macht übernehmen wird, der aller Bosheit/Leid auf dieser Welt ein Ende setzt! ® Löwe = mächtigste Raubtier, dem man nichts entgegensetzen konnte. (Eine Herde, die von einem Löwen angegriffen wurde, konnte in aller Regel von den Hirten nicht geschützt werden.)
Ja, so jemanden braucht es, um die Erde zu regieren: einen Löwen, einen starken Kämpfer, einen Sieger. Den erwartet Israel als Messias und den erwarten wir von Gott, und den erwartet Johannes.
V6: Doch was nun geschieht, erschüttert Johannes – und es erschüttert uns. Johannes wendet den Kopf, und wo er einen Löwen erwartet, das sieht er: ein Lamm [L].
Gott überrascht uns wirklich, eigentlich enttäuscht er uns. Ich nenne das den Löwe-Lamm-Effekt:
· Wir erwarten einen Löwen – und es kommt ein Lamm.
· Wir erwarten, dass Gott mit Macht kommt – aber er kommt in Schwachheit.
· Wir erwarten, dass Gott für alle sichtbar wirkt – aber er wirkt im Verborgenen.
· Wir erwarten, dass Gott als Sieger kommt – aber er kommt als Opfer.
Vielleicht finden wir das unverschämt von Gott, dass er uns hier enttäuscht. „Christen können enttäuschen – Gott nie“ ® mit dieser Theologie kommst du nicht weit! Wenn Gott uns nie enttäuschen würde, dann müsste er immer genau das tun, was wir von ihm erwarten. Genau das tut er nicht! Er täuscht uns nicht (= legt uns nicht rein) – und doch können wir ganz furchtbar von Gott ent-täuscht werden, weil er nicht tut, was wir von ihm erwarten – so wie hier: Er kommt als Lamm! So eine Enttäuschung:
Lamm: das dööfste Vieh, das es in dieser Größe gibt. Ein Esel ist schlauer, geschweige denn ein Hund oder eine Katze oder ein Elefant. Aber ein Lamm ... kann sich keinen Weg merken, findet alleine nichts zu fressen, wehrt sich nicht, kann nicht mal alleine überleben – kann nur: fressen, blöken und den anderen hinterherlaufen (Was wäre das für ein Urteil für einen Menschen ...) – und geschlachtet werden.
Jesus, den wir verehren und anbeten und lieben, wird freiwillig gleich mit einem Lamm – so einem doofen Vieh. Und auch noch geschlachtet. Getötet, ohne sich zu wehren (nicht im Kampf).
Schlimm genug – wenn er nicht auch noch gesagt hätte: Folge mir nach, werde wie ich – denn ein Jünger ist nicht höher als sein Meister, der Knecht ist nicht höher als sein Herr.
Der Löwe-Lamm-Effekt heißt auch: Wir wollen Löwe sein – aber unser Herr hat die Eigenschaften eines Lammes angenommen.
F: Bist du bereit, Jesus nicht nur auf dem Weg des Sieges zu folgen, sondern auch auf dem Weg des Leidens? Bist du bereit, die freundliche christliche Lüge zu entlarven, die da heißt: Ein Christ hat keine Probleme mehr und Gott wird jede Not wegnehmen.
Die Wahrheit: Ein Christ hat Probleme, die Gott nicht wegnehmen wird – und wäre er kein Christ, dann hätte er diese Probleme nicht (Jesus wäre nicht „geschlachtet“ worden, wenn er nicht Christ(us) gewesen wäre – und Gott hat ihm dies nicht erspart!) Heute ist vieles „light“: Evangelium light würde so aussehen: Kurz vor dem Kreuz greift Gott ein und sagt: „Ok, ich sehe, dass du es ernst meinst. Das genügt.“ Aber Jesus ist diesen Weg bis zum Ende gegangen, bis er getötet wurde – und wir werden ihn auch bis zum Ende gehen. Der Trost: Jesus wird den Weg mitgehen und er wird dich nie alleine lassen. Ps 23 sagt: wenn du durchs finstere Tal gehst, dann bin ich bei dir.
Wir müssen wieder lernen, dass Nachfolge=leiden bedeutet und dass unser Gebet und unsere Versammlungen nicht in erster Linie das Thema haben: Herr, ich habe ein Problem, bitte hilf mir.
Wir müssen uns wieder dafür einsetzen, Gemeinde zu bauen, die zum Leiden bereit ist. Das Blut der Märtyrer ist der Same der Kirche.
Bsp: Ich leide auch nicht gerne und bin froh, dass ich kein Märtyrer sein muss – ich lebe gerne, und ich leide nicht gerne. Doch ich will kein laues Leben mit Jesus führen, sondern ein leidenschaftliches Leben – und jede Leidenschaft beinhaltet die Bereitschaft zu leiden (Bsp: Sportler, Künstler, Mutter).
Leidenschaft – das ist es: Christsein heißt nicht, dass wir verbissen/verbittert/lustlos mit Jesus leben nach dem Motto: Mit Ach und Krach dem Lamme nach.
Eine leidenschaftliche Gemeinde ist zum Leiden bereit – das heißt auch: Dinge aus Gehorsam zu tun, auch wenn sie nicht effektiv scheinen und keine zählbaren Ergebnisse zeigen (Bsp: Evangelisation!).
Dinge göttlich zu sehen, auch wenn sie menschlich nutzlos sind.
F: Prüfen wir uns – fragen wir uns: Bin ich wirklich bereit, ein Leben in Leid und im Verzicht zu leben, weil ich Jesus nachfolge? Welche Opfer bin ich bereit, zu bringen?
Vielleicht fragst du: Warum sollte ich das tun? Ich dachte, Jesus hat das getan und ich kann jetzt davon profitieren. ® aus Gehorsam und aus Liebe!
F: Warum lebte Jesus wie ein Lamm, warum wurde er ein Opferlamm?
® aus Liebe! Jesus hat gelitten und ließ sich töten, weil er liebte: dich, mich, ... alle Menschen. Eigentlich hätte er etwas anderes tun müssen. F: Was?
® Er hätte als Löwe kommen müssen, um die Welt/mich/dich zu richten. Weißt du, was im Gericht von uns übrig geblieben wäre? ® Nichts! Wir hätten die ganze Strafe tragen müssen ® ewige Trennung von Gott.
Jesus liebt uns – und seine Liebe ist größer als sein Bedürfnis, uns zu richten. Er liebt, und deshalb leidet er, um zu retten. Es gibt keine echte Liebe ohne Leid! Wenn du jemanden liebst, wirst du für ihn leiden müssen (als Eltern, Ehepartner, Freund ...). Bsp: Mit-Leiden mit dem Ehepartner (Krankheit, Streit).
Die Liebe von Jesus hat das Gericht ersetzt – sein Tod hat unsere Verurteilung ersetzt.
Und Jesus hat nie mehr, aber auch nie weniger gewollt, als dass wir ihm nachfolgen, dass wir so leben, wie er. Darum bedeutet Christsein immer: lieben und leiden.
F: Prüfe dich, ob du das wirklich tust! Dann wirst du und wird deine Gemeinde ein Licht sein.
® Wenn wir diese Einstellung haben, werden wir nicht mehr in die Gemeinde kommen und fragen „Was bringt mir das?“ – sondern: „Was kann ich bringen?“ (® die einzige richtige Einstellung). Wer in die Gemeinde kommt und sagt: „Mal sehen, was mir das bringt“ – dem würde ich am liebsten sagen: „Geh doch in eine andere Gemeinde.“ Mit dieser Einstellung werden wir nirgends glücklich – und (ehrlich): die nächste Gemeinde will solche Leute auch nicht!
Jesus gab alles, was er hatte ® ich wünsche mir, dass wir da auch hinkommen. Dank: für alle, die das auch wollen!
Jesus wurde zum Lamm – zum dööfsten, schwächsten und hilflosesten aller Lebewesen. Wir beten nicht nur den Löwen an, den König, Herrscher – wir wollen auch Jesus, das Lamm, anbeten. Judas hat das Lamm abgelehnt – den Leidensweg, den Tod Jesu – das wurde sein Verhängnis!
Schauen wir das Lamm an, das uns die Offenbarung zeigt – und wir sehen: Es sieht aus, wie geschlachtet. Nicht wie zum Schlachten. Wie geschlachtet! = Vergangenheit ® Die Schlachtung, der Tod, hat bereits stattgefunden, das Lamm Jesus, das wir hier sehen, kommt von Karfreitag! F: Wie sieht ein geschlachtetes Lamm aus? ® es hat eine durchgeschnittene Kehle. So sieht Johannes das Lamm: mit einer blutigen, aufgeschnittenen Kehle.
Aber es liegt nicht. Es steht – wo? In der Mitte des Thrones, in der Mitte der vier Wesen und der Ältesten. Und jetzt erkennen wir den Zusammenhang: Weil das Lamm bereit war, sich schlachten/töten zu lassen am Kreuz, deshalb ist es würdig · die Buchrolle zu empfangen · die sieben Siegel zu öffnen · in der Mitte des Thrones zu stehen · die Herrschaft und die Regierung über die Welt zu übernehmen.
Und wir sehen noch etwas: das Lamm hat
· sieben Hörner: Horn = Zeichen von Macht. Sieben Hörner = alle Macht.
· sieben Augen: = Weisheit. Sieben Augen = alle Weisheit
Jetzt bekommt das Lamm die Macht, die Vollmacht und alle Weisheit, zu regieren. Ab jetzt regiert das Lamm die Weltgeschichte. Offenbarung: hier erscheint zum ersten Mal das Lamm – von nun an 29 mal: es · wird angebetet · öffnet die sieben Siegel · bringt das Gericht · rettet die Gläubigen aus der Verfolgung · überwindet den Satan und wirft ihn in sein feuriges Gefängnis · ist der Tempel und das Licht im neuen Jerusalem, in der Heiligen Stadt.
Wir erkennen daran den Weg Gottes:
· Wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht werden.
· Wer sein Leben gibt, der wird das wahre Leben gewinnen – und wird dadurch vielen anderen das Leben schenken.
Aufruf:
· Wenn Gott dir gezeigt hat, dass du eine falsche Einstellung hattest zum Leben mit Jesus, zum Leid, zur Hingabe: Bekennen
· Wenn Du eine Entscheidung treffen möchtest zu einer neuen Haltung in deinem Leben mit Jesus, zur Hingabe, zum Leid: stelle dich Gott zur Verfügung – er freut sich, nimmt dich in seine Arme, begleitet dich – und du wirst viel Segen davon haben.