Liebe in der Gemeinde

 

Bsp: (Analogie: Abraham über Sodom und Gomorra) Jemand aus unserer Gemeinde begegnet Gott und sagt: Herr, was hältst du von unserer Gemeinde?: seit 50 Jahren dabei, 100 Erw. und viele Kinder, alle geben den Zehnten, evangelistisch...

Gott: Wieviele Menschen sind wirklich liebevoll? ® Drei? ® Zuwenig, dann ist die Gemeinde nichts wert. ® Zehn? ® Zuwenig! ® Wir werden etwas tun.

Ein Monat später: Wir haben 4 Sonntage über Liebe gepredigt und dieses Thema in allen Hauskreisen gemacht: 20 liebevolle Menschen ® Auch das ist zuwenig ® Wir werden etwas tun...

Ein Monat später: Wir haben ein Seminar gemacht, Die liebevolle Gemeinde – jetzt sind 40 Menschen wirklich liebevoll. Reicht das? Gott:

Es ist aber in Jerusalem beim  Schaftor ein Teich, der heißt auf hebräisch Betesda. Dort sind fünf Hallen; in denen lagen viele Kranke, Blinde, Lahme, Ausgezehrte. Es war aber dort ein Mensch, der lag achtunddreißig Jahre krank. Als Jesus den liegen sah und vernahm, dass er schon so lange gelegen hatte, spricht er zu ihm: Willst du gesund werden? Der Kranke antwortete ihm: Herr, ich habe keinen Menschen, der mich in den Teich bringt, wenn das Wasser sich bewegt; wenn ich aber hinkomme, so steigt ein anderer vor mir hinein. Joh. 5,2-7

„Ich habe keinen Menschen“ = Ich bin einsam, niemand interessiert/kümmert sich/mag mich – eine Aussage über unsere Gemeinde?

Wollen wir das? ® Jeder sagt NEIN! Aber was tun wir dagegen? Wird für jeden gesorgt? ... wer (ver-) sorgt? Gehen wir liebevoll miteinander um?

Verbreitete Meinung: Der Pastor soll sich um die Menschen kümmern, die Versorgung, Liebe, Beziehung brauchen ® Besuchsdienst ® Das ist nicht die Lösung!

Bsp: Hans X. macht keinen Besuchsdienst ® enormen Widerstand erlebt !

·         Achtung: kirchl. System: der Pfarrer wird bezahlt, deshalb soll er für die Bedürfnisse der Gemeinde sorgen.

·         Gemeinde: das ist die Aufgabe von allen!

Ich wundere mich oft, dass sich niemand um Menschen kümmert, die alleine (z.B. neu) sind ® hier sind die Jüngeren unter uns nicht besser (Scheu) – im Gegenteil!

Achtung: Lieblosigkeit ist gefährlich!!!:

Bsp: „Wenn die Liebe unter uns zu schwinden droht, wenn es möglich wird, den leisesten Schatten eines lieblosen Wortes zu dulden, dann fängt unsere Gemeinschaft an zu sterben. Lieblosigkeit ist tödlich, sie ist gefährlicher als eine Kobra. Gerade so, wie ein winziger Tropfen des Kobragiftes sich schnell in dem ganzen Körper dessen verbreitet, dem es eingespritzt wurde, so genügt ein Tropfen bitterer Lieblosigkeit in meinem oder deinem Herzen, dass er sich in furchtbarer Macht in unserer ganzen Gemeinschaft ausbreitet. Wenn du irgendwo Lieblosigkeit entdeckst, lass alles liegen und bringe es in Ordnung, wenn möglich sofort!“ (Ami Carmichael, Leiterin eines Straßenkinderwerkes in Indien)

Was heißt das für uns als Gemeinde? ® Wir wollen/müssen eine liebevolle Gemeinde sein!

Und: Wir sind alle daran beteiligt / dafür verantwortlich.

F:  Wie werden wir liebevoll?

1. Petr. 1,22: Nachdem ihr eure Seelen gereinigt habt im Gehorsam gegen die Wahrheit zu ungeheuchelter Bruderliebe, habt einandern von Herzen beharrlich lieb.

Es fällt auf: „habt einander lieb“ – aber dafür gibt es Voraussetzungen: Reinigung und Gehorsam

Reinigung („nachdem ihr eure Seelen gereinigt habt“)

Solange wir unsere Seele nicht gereinigt haben, können wir einander nicht lieb haben!

Was ist Unreinheit? ® 1. Petr 2, 1: So  legt nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und Neid und alle üble Nachrede

® 5 Dinge (Sünden), die anderen Menschen schaden (Petrus spricht hier Christen an!)

Bosheit: = anderen Menschen schaden wollen! Haben wir Bosheit in der Gemeinde? Nein – oder: „Das geschieht ihm Recht“ ist eine Haltung der Bosheit. Freut man sich nicht manchmal, wenn andere Probleme haben? ® da geht es mir selbst besser... ? Besonders: Ehe, Geschwister...

Verschlagenheit: etwas zu meinem eigenen Vorteil tun, ohne auf die anderen zu achten. Bsp:  Küche, Müll (wer räumt auf), Umgang mit dem Gebäude, Möbel...

Heuchelei: fromm erscheinen wollen, auch wenn man’s nicht ist. ® Ich hasse das – und bin manchmal selbst betroffen.

Neid: Manche unter uns haben mehr mit Neid zu kämpfen als andere! Das kann krankhaft werden: wenn sich alles Denken nur noch darum dreht, was andere haben: Wie können die Müllers von nebenan sich das eigentlich leisten? Zweimal im Jahr in Urlaub fahren, beide haben ein Auto - und nicht das Kleinste, und die Kinder haben immer die neuesten Klamotten an. Und jetzt erben sie auch noch!...

Wir sind mit schielenden Augen geboren und das Gras in Nachbars Garten ist immer grüner. Tatsache: Die Güter (Schönheit, Fähigkeiten, Erfolg) dieser Welt sind nicht gleich verteilt und es gibt immer jemanden, der mehr hat!

Aber: Mehr haben macht nicht glücklicher! Ein Schnitzel ist gut – von einem zweiten kann es dir schon schlecht werden! Bin ich heute glücklicher, weil ich mehr habe als früher? Ich bin vielleicht manchmal glücklicher, aber nicht deshalb. Jeder, der mit Neid zu kämpfen hat, weiß: sobald ich des Gewünschte habe, bin ich schon wieder neidisch auf das Nächste. Das: macht deine Freude kaputt, deine Freundschaften, deine Familie, dein Leben!

Wenn du mit Neid zu kämpfen hast, dann tue alles, um davon frei zu werden! Gott gibt dir, was du brauchst und was du vertragen kannst. Es ist eine große Befreiung, das zu akzeptieren. ® Es gibt Befreiung von Neid – aber man muss es wollen.

Üble Nachrede: ® Hauptsünde in unserer Gemeinde! (Meine häufigste Aufgabe ist es leider oft: mir Klagen anzuhören – über andere Geschwister in der Gemeinde  gerade jetzt, nach der Einweihung).

Ich höre Dinge, von denen ich eigentlich gehofft habe, dass ich sie in unserer Gemeinde nie hören muss! (Junge gegen Ältere und andersrum, wer etwas tut ist immer in der Kritik,...)

Was ist die Sünde: Lieblosigkeit! Wir können keine Liebe in der Gemeinde haben, solange lieblos übereinander geredet wird!!!

Solange wir in der Gemeinde noch negativ übereinander reden, solange wird Gott uns/dich nicht segnen!

Oft ist es nicht böse Absicht – sondern: Gedankenlosigkeit

Aber wir sind auch nicht so schlecht

F: Bei was von diesen 5 Dingen bist du besonders gefährdet? ® Buße tun!

Was können wir dagegen tun?

Gehorsam gegen die Wahrheit

Wahrheit: Ich sehe, wie ich wirklich bin! Kann ich Kritik annehmen, wenn sie in Liebe geschieht?

Selbstbild / Fremdbild ® Wo Selbstbild und Fremdbild nicht übereinstimmen, gibt es Konflikte.

Woran merkt man das? Am Gefühl: „Niemand sieht meine Fähigkeiten“ oder „Ich werde besser beurteilt, als ich bin“

Liebevoll miteinander umgehen heißt nicht: fromme Heuchelei! Sondern:
In Liebe die Wahrheit sagen, wenn der andere sie ertragen kann, ohne ihn zu verletzen.

Kritik = kostenlose Beratung

Wir müssen die Wahrheit sehen, dann können wir frei werden von Dingen, die uns belasten/das Leben schwer machen.

Kritik: Lobe die Dinge, die gut sind – danach kannst du das ansprechen, was dir nicht gefällt. (® Respekt vor der Person und ihrer Arbeit ausdrücken!!!)

Kritik = Ehrlichkeit! ® Gemeinden, die sich mehrfach gespalten haben, weil sie nicht ehrlich waren!: Oberfläche=liebvoll   -  aber darunter: voll Spannungen, Konflikte...

„liebevolle Gemeinde“ = ehrliche Gemeinde, keine Schmuse-Gemeinde ® Wenn du wirklich ein Problem mit mir hast, dann sage es mir/anderen! (aber in Anerkennung, dass der andere auch vieles gut macht und nichts Böses will!)

...die Seele reinigen im Gehorsam gegen die Wahrheit:

Gehorsam: Wenn ich Sünde bei mir erkenne, ist es meine Verantwortung, sie abzulegen!!!

Liebe

Was folgt: ungeheuchelte (echte) Liebe

Ausdruck von Liebe

Unterschiedliche Arten, Liebe auszudrücken oder anzunehmen.

Bsp: „Ich liebe dich“ – sagt der Schwabe normalerweise nicht (eher noch „ich mag dich“)

Gegensatz: Südländer/Amis: „in love“, „in Liebe“

Formen: stundenlang miteinander reden – oder zusammen ein Auto reparieren

Auf welche Art auch immer: Wahres Leben/Gemeinschaft besteht darin, dass wir Liebe geben und empfangen

Ich möchte, dass wir eine liebevolle Gemeinde sind!

Liebe ist eine Entscheidung

® Du bist mir wichtig – ob es mir momentan gut geht oder nicht  -  ob du momentan so bist, wie ich will, oder nicht...    Ich möchte, dass du das weißt und ich möchte dir das immer wieder zeigen.

Auch Liebe zur Gemeinde ist eine Entscheidung!

- zu diesen Menschen, die mir mehr oder weniger sympathisch sind   - zu diesen Leitern, die manchmal das tun, was ich für richtig halte – und manchmal nicht.

F:  Wie viel Liebe hast du: - zu deinen Geschwistern in der Gemeinde – Leitern – Pastor?

Die Liebe des Vaters

Wo kommt die Liebe her? ® zuerst steht immer die Liebe Gottes, des Vaters, zu uns: Seht, welch eine Liebe uns der Vater gegeben hat, dass wir Kinder Gottes heißen sollen!

Du weißt, dass der Vater im Himmel dich liebt. Du bist gewiss – du hast diese feste, beruhigende, tiefe, froh machende Gewissheit: Der Vater liebt dich – egal, was du tust und wie du dich fühlst. ® Thema der nächsten Predigt.

 

Aufruf:

·         Ich möchte liebevoll mit anderen Menschen umgehen

·         Ich möchte dazu beitragen, dass wir eine liebevolle Gemeinde sind

·         Ich bin oft hart und anklagend, aber ich möchte mich verändern (lassen)

(Die anderen: Gebet für Liebe, für bekannte Konflikte, Buße für Lieblosigkeit/Anklagen)