Segen

Einleitung

- Geschichte vom betenden Satanisten

- Geschichte vom streitenden Nachbarn

Fluch - Segen, wie Licht - Dunkelheit: alles bewegt sich zwischen diesen Extremen.

Bibel: Dein Leben ist eine Entscheidung zwischen Fluch und Segen.

Der Segen begleitet in Kirche und Gemeinde ständig (Jugendsegnung, Einsegnung, Schlußsegen), dennoch gibt es kaum Lehre darüber. "Segen ist keine nebensächliche Formel, sondern gehört zum Wichtigsten, was sich im Gottesdienst ereignet."

- Die Geschichte des Segens

- Der Gießkannensegen

- Der gezielte Segen

 

Die Geschichte des Segens

Der Segen hat eine Geschichte/Entwicklung in der Bibel. (Die Bibel zeigt überhaupt eine Entwicklung, eine fortschreitende Offenbarung: z.B. die Offenbarung Jesu. Deshalb ist die Aussage "Die Bibel widerspricht sich" unsinnig. Vgl. Entwicklung eines Menschen vom Kind zum Erwachsenen)

1. Mo 1,22 "Und Gott segnete sie und sprach: Seid fruchtbar und vermehrt euch... "

Gott segnet: Der erste, der segnete, war Gott. Aller Segen geht von Gott aus.

"und sprach": Segen wird gesprochen, und dann geschieht etwas. Segen sind Worte, die Ereignisse in Gang setzen. Gott spricht den Segen - wir sprechen den Segen!

Bedeutung: eulogeo (gr)/benedicere (lat) = das gute Wort sagen. dt: signare = unterschreiben, zeichnen (Kreuz)

1. Mo 12, 1-2: "Da sagte der HERR zu Abram: Verlaß deine Heimat, deine Sippe und die Familie deines Vaters, und zieh in das Land, das ich dir zeigen werde! Ich will dich segnen und dich zum Stammvater eines mächtigen Volkes machen."

Abraham ist nicht mehr im Paradies, er ist "in der Welt". Um Gottes Segen besonderen Segen zu bekommen, muß Abraham eine Entscheidung für Gott treffen, "Ja" sagen zum Ruf Gottes. D.h. weggehen von der Heimat (Bedeutung der Heimat!) in Gottes Land, in Gottes Herrschaftsbereich. Segen zu bekommen bedeutet einen Wechsel der Herrschaftsbereichs - und damit auch Verzicht auf das, was gewohnt und liebgewonnen ist.

Entwicklung: ursprünglich gab es nur den Bereich des Segens. Wir dagegen haben die Wahl, ob wir in Gottes Segen leben - oder nicht.

1. Mo 27, 26: "Jakob trat heran an Isaak und sprach das Segenswort: ..."

Hier spricht ein Mensch einen Segen über einen anderen Menschen aus: in der Familie (ursprünglicher Platz des Segens)

Der Segen Gottes ist mit Familien verbunden und wird von den Eltern an die Kinder weitergegeben. Eltern: Segen weitergeben! Kinder: Segen empfangen! (auch wenn’s komisch scheint)

AT: Segen = Erfolg, Wohlstand, Herrschaft, Schutz, Alter, Ansehen... (Das ändert sich im Laufe der Zeit!)

4. Mose 6, 24-27: "Und der HERR sprach: (...)

So sollt ihr die Söhne Israel segnen! Sprecht zu ihnen:

a) Der HERR segne dich und behüte dich!

b) Der HERR lasse sein Angesicht über dir leuchten und sei dir gnädig!

c) Der HERR erhebe sein Angesicht auf dich und gebe dir Frieden!

d) Und so sollen sie meinen Namen auf die Söhne Israel legen, und ich werde sie segnen."

a) ein Schutz-Zuspruch: du wirst unter den Schutz Gottes gestellt, Segen = Schutz

b) Angesicht = Zuwendung, Gott wendet sich zu dir, er sieht dich an

- auch du mußt dich ihm zuwenden, um den Segen zu empfangen. Segen ist eine bewußte Handlung im Geben und Nehmen! (gilt auch, wenn wir segnen)
Bsp: "... segne und behüte dich...": den Schutz annehmen!!!

- und: (verachtet/bestraft er dich???) nein, "Angesicht leuchtet" = Freude.
Luther: "Das ist so, als ob Gott dich freundlich anlacht, wie die liebe Sonne."
Laß dich anlachen von Gott.

- "und sei dir gnädig": Er ist dir gnädig, er vergibt dir! Ein Gnadenzuspruch.

c) Gott gibt uns Frieden! Innerlich und äußerlich.

d) Der Segnende, der Handelnde ist immer Gott. Ich/du/Pastor/Teufel kann nicht segnen, nur Gott. Wenn wir segnen, sprechen wir nur das aus, was Gott dann tut!

Der Segen des AT macht noch einen weiten Weg, doch alle Segensaussagen beziehen sich auf Israel.

Gal 3, 13-14: "Christus hat uns von dem Fluch losgekauft, unter den uns das Gesetz gestellt hatte. (14) So sollte durch Jesus Christus der Segen, der Abraham zugesagt wurde, zu allen Völkern kommen, damit wir alle durch vertrauenden Glauben den Geist erhalten, den Gott versprochen hat."

Der Sprung zum NT: Durch Christus ist der Segen Abrahams und Israels auch auf uns "Christen" übergegangen. Wir sollen Menschen sein, die den Segen weitertragen!

Erinnerung an Abraham: mußte das vertraute Land verlassen und in ein Land gehen, das Gott ihm zeigen will, um in den Herrschaftsbereich Gottes und seinen Segen zu kommen. Hast du "Ja" gesagt zu Gott? Bist du bereit, ihm zu folgen? Nur so kannst du ein Gesegneter und ein Segnender sein!

Wenn nicht: warum nicht? Ist dir das Bekannte so wertvoll? Manchmal muß man etwas loslassen, um etwas viel Größeres zu bekommen. Man muß sein Leben loslassen, um Gottes ewiges Leben zu bekommen!

Eine neue Dimension des Segnens:

Lk 6, 28: "Aber euch, die ihr hört, sage ich: Liebt eure Feinde; tut wohl denen, die euch hassen; segnet, die euch fluchen; betet für die, die euch beleidigen!"

Der Auftrag, die zu segnen, die es nicht wollen. Den Fluch durchbrechen durch Segen!

Entwicklung des Segens:

erst segnet Gott - dann der Mensch seine Familie - das Volk - die Feinde/Welt

vom Empfangen zum Geben

vom materiellen Segen zum geistlichen Segen

Zur Praxis:

 

Der gezielte Segen

-> ich segne einen Menschen, der den Segen will.

Das sollte uns bewußt sein, wenn wir segnen:

- Segen ist nicht eine Bitte an Gott, sondern ein Zuspruch im Auftrag Gottes. Nicht "Herr, gib ihm Frieden", sondern: "Der Herr gebe dir seinen Frieden". Wenn Gott uns gezeigt hat, mit was er segnen will, dann brauchen wir nicht mehr darum bitten!

- Der Segnende (Mensch) ist immer abhängig vom Handelnden, von Gott.

- Segen ist immer konkret: ich segne für und mit etwas (für eine Aufgabe, mit Weisheit, Kraft...): "Und Gott segnet ihn und sprach: Seid fruchtbar..."; "Und Gott segnete ihn mit..."

 

 

Wie segnet man?

Segnen ist bewußtes Geben und Nehmen!

1. Gelegenheiten des Segens sind besondere Ereignisse (Umzug, neuer Arbeitsplatz, Aufgabe oder Herausforderung, Kinder verlassen das Haus...)

2. Fragen, wofür der Mensch gesegnet werden will

3. evt. Hände auflegen (nimmt den Menschen aus dem luftleeren Raum, zeigt Halt an, Zuwendung, Nähe)

4. den Menschen ansehen - Gott sieht dich auch an, wenn er dich segnet (dadurch werden mir oft Dinge oder Schwerpunkte klar)

5. Auf Gott hören und ihn um seinen Willen, ein Wort und die Aufdeckung unbewußter Zusammenhänge bitten. Sage nicht das, was Du willst, noch das, was der andere will, sondern das, was Gott will. (Bsp: Menschen sagen: das, was du im Gebet gesagt hast, hat mir weitergeholfen...)

6. Ein Segensspruch kann frei formuliert sein oder eine Verheißung aus der Bibel (ich frage Gott nach einem Wort)

 

Der Gießkannensegen

"Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort, sondern segnet vielmehr, weil ihr dazu berufen seid, daß ihr den Segen ererbt." 1. Petr. 3, 9

Im NT wird die Aufforderung zum Segnen immer in den Gegensatz zum Fluch gestellt. Das entspricht dem Bild der geistlichen Welt: Segen ist der Ausdruck eines Herrschaftverhältnisses: Wo Segen ist, da regiert Gott (der Teufel kann nicht segnen). Wo ich den Segen ausspreche, da spreche ich die Herrschaft Gottes hinein.

Segnen ist ein Auftrag an uns. Segen durchbricht den Fluch, der über einer Sache/Menschen/Volk liegt.

Segen ist eine Kraft: "Segnen ist das Weitergeben von Kräften, die in der himmlischen Herrlichkeit ihren Ursprung haben, an andere." (Erich Schick) Wir sind berufen, himmlische Kräfte in das irdische Leben hineinzutragen.

Wen/was können wir segnen?

- eine negative Situation

- Menschen, die mir Mühe machen

- Menschen, mit denen Gott etwas vorhat

- eine Region/Stadt/Dorf

 

Fragen

Welche Kräfte gehen von deinem Leben aus? Du bist zum Segnen berufen!

Trägst du die heilvolle, segnende Kraft Gottes hinein in die Welt? Gottes Kraft ist in dir, du kannst sie weitergeben!

Sagst du das "gute Wort", wo es nötig ist und gebraucht wird? Sage es, und Gott wird handeln!

 

Praxis

Zu zweit:

1. Fragen

2. Hören

3. Segnen