Konflikte
Frage:
Darf ein Christ streiten?
- Apg. 15, 36-39: Paulus und Barnabas
- "Solange an Euch liegt, habt mit allen Menschen Frieden."
In der Bibel gibt es viele Beispiele für Streit.
Menschsein = Persönlichkeit, Individualität, Meinungsverschiedenheit.
"Wenn zwei Menschen immer die gleichen Ansichten haben, ist einer von ihnen überflüssig." (Winston Churchill)
Jedoch: Streit ohne Regeln ist zerstörerisch.
Frage:
Was führt zu Konflikten?
Beispiele:
- unterschiedliche Meinungen
- Bevorzugung, Benachteiligung
- jemand nimmt mich ein, dominiert mich
- unausgesprochene Wünsche
- vergangene Probleme
- Unzuverlässigkeiten
- Erwartungen werden nicht erfüllt
- unterschiedliche Wahrnehmung
- Konkurrenz
- Sturheit ("ich will mich nicht verändern")
Wie reagieren wir auf Konflikte?
- Konflikte suchen (aggresiv)
- Konflikte meiden (defensiv)
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aggresiv |
defensiv |
- verbal
- direkt
- verletzend
- Mitleidstour (Märtyrer)
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davonlaufen
schweigen
ausreden
Scheinargumente
freundliche Miene
cool
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Zitat: "Es ist immer dasselbe. Vor der Ehe spricht er, und sie hört zu. Ein Jahr nach der Heirat spricht sie, und er hört zu. Und zehn Jahre nach der Hochzeit sprechen beide gleichzeitig, und die Nachbarn hören zu." (aus: Harry und Joanne Müller: Bevor du Ja sagst)
Überlegen:
Welche Konflikte hatte ich in letzter Zeit (2-3)?
Fragen:
Welcher Typ bist Du?
Kannst Du streiten (von "nein, vermeide ich" bis "ja, gut und gerne")
Wieviele Konfiikte hast Du? (von "wenig" bis "viele")
Hilfestellungen für den "defensiven Typ"
Aussage eines Familientherapeuten: "Christen haben mit Konflikten (z.B. in Ehe/Familie) mehr Probleme als Nichtchristen."
Warum?
- schämen sich ihrer Probleme
- können nicht streiten, weil sie es nie gelernt haben (Bsp. "Herz und Herz vereint zusammen")
- Streit wird als Versagen im Glauben gesehen ("die Liebe erträgt alles", "Streitet nicht miteinander, und seid bereit, einander zu vergeben, selbst wenn ihr glaubt, im Recht zu sein." (Kol. 3,14)
Folge: Verdrängen und Schweigen (Analogie: totes Schaf im Brunnen -> die Mördergrube im Herzen)
Weshalb Schweigen (bevorzugte christliche Methode):
- Folge der Erziehung (christl.)
- "so bin ich halt"
- gutes Strafmittel
- Faulheit (Fernseher, Buch ist gemütlicher)
Frage:
Was bewirken Konflikte Gutes?
- verhindern Stillstand
- Anstoß für Veränderungen (persönlich, Gruppe)
- zeigt Probleme auf
- führt zur Lösung von Problemen
- zeigt mir meine Grenzen
- zeigt mir meine Identität
- grenzt Gruppen voneinander ab (Gruppenidentität)
Biblische Hinweise zu Konflikten und deren Lösungen
Eph. 4,26a: "Wenn ihr in Zorn geratet, sündiget nicht."
Eph. 4,26b: "Lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen."
Mt. 5,24: Bereit sein zur Versöhnung, Unversöhnlichkeit bezeichnet die Bibel als Sünde
Wir sollen in der Wahrheit und im Licht leben
Weitere Stellen: Spr. 15,32; Eph. 4,31
Im Wesentlichen Einheit, im Übrigen Vielfalt, über allem die Liebe!
Hilfestellungen für den "aggressiven Typ"
Kommunikation lernen
- Genau zuhören
- Aktiv zuhören
- Negationen vermeiden
- Ich-/Du-Botschaften vermitteln
- Kommunikationskiller vermeiden
- Bagatellisieren
- Diagnostizieren (Einordnen in Schubladen)
- Dirigieren (Ratschläge)
- Examinieren
- Identifizieren
- Interpretieren
- Moralisieren
- Keine alten Geschichten aufwärmen
- Niemals handgreiflich werden
- Konflikte nicht in der Öffentlichkeit austragen
- Nicht weglaufen
- Nicht mit Scheidung drohen
"Eine versöhnliche Antwort kühlt den Zorn ab, ein verletzendes Wort heizt ihn an." (Spr. 15,1)
Fragen zum Gruppengespräch:
Wie wurde in deiner Familie mit Konflikt und Streit umgegangen?
Wer dominierte bei Auseinandersetzungen in deiner Familie?
Wie haben deine Eltern den Ärger zum Ausdruck gebracht?
Wie bringst Du Ärger zum Ausdruck?
Kannst Du von einem Konflikt berichten, der bisher ungelöst ist?
Kannst Du von einem Konflikt berichten, der ganz gut gelöst wurde?